Corona bei Kindern: Zwischen Maske und Asymptomatik

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Berlin -

Wenn es um das derzeit kursierende Coronavirus geht, stellen Kinder eine besondere Patientengruppe dar: In Bezug auf Verlauf und Symptome herrscht noch immer viel Unklarheit – dennoch gibt es zunehmend neue Erkenntnisse. Auch die kürzlich eingeführte Maskenpflicht – welche auch für Kinder gilt – führt zu Diskussionen und stellt oftmals die gesamte Familie vor neue Herausforderungen.

Bislang galten Kinder als eine Gruppe, die nahezu symptomlos an Covid-19 erkrankt. Zu Beginn der Pandemie ging man sogar davon aus, dass sie gar nicht erst erkranken. Diese Aussage wurde widerlegt – Kinder erkranken genauso häufig wie Erwachsene und sind auch genauso infektiös. Ob ein Erkrankter weitere Personen anstecken kann, ist unabhängig von der Ausprägung der Symptomatik. Virologen gehen davon aus, dass ein Covid-19-Infizierter in den ersten Tagen am infektiösesten ist – genau in der Zeit, in der Husten & Co. noch ausbleiben.

Begrenzte Datenlage für die Altersgruppe

Ein Grund für die aktuell noch unzureichende Datenlage zu Kindern mit Sars-CoV-2-Infektionen lässt sich gut an den Statistiken ablesen. So waren beispielsweise am Chinese Center for Disease Control and Prevention (CCDC) nur 2 Prozent der über 72.000 registrierten Covid-19-Patienten unter 18 Jahre alt. Auch in Deutschland ist der Kinderanteil gering. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt, dass nur 0,8 Prozent aller bis zum 18. März registrierten Patienten unter 5 Jahre alt waren. Knapp über 3 Prozent waren insgesamt jünger als 14 Jahre. Diese niedrigen Anteile seien sicherlich auf die fehlende Symptomatik und ausbleibende Testung zurückzuführen.

Die Hälfte der gemeldeten Fälle hatten einen milden Krankheitsverlauf mit Symptomen eines unkomplizierten Infekts der oberen Atemwege. Neben leichtem Fieber traten auch Muskelschmerzen auf und die Kinder waren allgemein erschöpft. Bei manchen bestanden auch ausschließlich gastrointestinale Symptome wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei rund 39 Prozent der Kinder kam es zu einem mittelschweren Verlauf mit Symptomen wie Fieber, trockenen und produktiven Husten und der Entwicklung einer Pneumonie. 5,2 Prozent der Kinder erlitten einen schweren Verlauf.

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