Seelische Beschwerden bei Kindern nehmen zu

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Berlin - Die Coronakrise fordert nicht nur die Erwachsenen – auch Kinder leiden zunehmend unter den Einschränkungen und Auswirkungen. Eine Befragung der Pronova BKK unter Kinderärzten zeigt nun alarmierende Ergebnisse: Den Pädiatern zufolge haben seelische Beschwerden bei Kindern deutlich zugenommen.

Für die Umfrage „Homeschooling und Gesundheit 2020“ wurden im Juni und Juli 150 Kinderärzte im Auftrag der Pronova BKK befragt. Die Ergebnisse sind eindeutig: 37 Prozent der Kinderärzte beobachteten in der Corona-Krise eine Zunahme körperlicher Beschwerden, bei den seelischen Problemen waren es sogar fast 90 Prozent.

Beschwerden deutlich gestiegen

Vor allem Schul- und Kitaschließungen, sowie Kontaktbeschränkungen würden die Psyche der Kinder belasten. Besonders betroffen seien demnach Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Jeder zweite Kinderarzt beobachtete eine Zunahme von Verhaltensänderungen wie Antriebslosigkeit oder Rückzug, aber auch Reizbarkeit und Angststörungen. Knapp die Hälfte berichtet von aggressivem Verhalten und Schlafstörungen. Insgesamt habe jedoch auch die Häufigkeit von Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Depressionen unter Kindern zugenommen.

Grund für die Beschwerden sind aus Sicht der Pädiater die Einschränkungen im Alltag, die durch die Corona-Krise zustande kommen: Der Mangel an Freizeitmöglichkeiten wie Vereinssport sei ein wesentlicher Aspekt, gaben 70 Prozent an – dafür sei die Zeit vermehrt vor den Bildschirmen von Handy und Computer genutzt worden. Knapp 70 Prozent machen außerdem eine fehlende Tagesstruktur als Ursache der Beschwerden aus, 67 Prozent geben Konflikte in den Familien an.

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