Atomoxetin-haltige Arzneimittel sind seit knapp zwei Jahren von Lieferengpässen betroffen. Einige Hersteller haben ihre Meldung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor Kurzem aktualisiert und das voraussichtliche Ende der Lieferengpässe verlängert.
Seit Mai 2024 sind beim BfArM Lieferengpässe Atomoxetin-haltiger Arzneimittel gemeldet. Ursache für den Versorgungsengpass war ein Qualitätsmangel, der in der Herstellung der Hartkapseln aufgetreten ist und starke Schwankungen im Wirkstoffgehalt zur Folge haben kann. Daraufhin erfolgten Rückrufe. Der griechische Hersteller hatte die Produktion ausgesetzt. Weil aber der betroffene Hersteller rund 80 Prozent des Marktvolumens abdeckt und Kompensationsmöglichkeiten fehlten, liefen Lieferengpassmeldungen auf – einige dauern voraussichtlich noch bis Herbst an.
Derzeit fehlen Atomoxetin-Hartkapseln von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Wirkstärken und Packungsgrößen. Betroffen sind laut BfArM:
voraussichtliches Ende: 30. September
voraussichtliches Ende: 17. Juli beziehungsweise 31. Mai
voraussichtliches Ende: 8. Juni
voraussichtliches Ende: 30. September
Atomoxetin ist zugelassen zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Der Arzneistoff hemmt den präsynaptischen Noradrenalin-Transporter (NET). In der Folge wird die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt gehemmt. Allerdings wird mit 4 Prozent nur ein geringer Anteil der Betroffenen mit dem Wirkstoff behandelt. Etwa 77 Prozent aller ADHS-Behandlungen erfolgen mit Methylphenidat.
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