Antiepileptika

Fycompa: Einzelimport ersetzt Gratisprogramm APOTHEKE ADHOC, 01.04.2016 15:18 Uhr

Berlin - Ab sofort kann Fycompa (Perampanel) nur noch als Einzelimport aus dem Ausland bezogen werden. Der Hersteller Eisai hatte das Präparat über ein spezielles Lieferprogramm bislang kostenfrei abgegeben. Die Apotheken konnten – nach Ausfüllen vieler Formulare – ihre Sendung aus der Schweiz erhalten. Diese Übergangslösung wurde zum 1. April eingestellt. Für jeden Import muss damit vorab eine Genehmigung der Krankenkasse eingeholt werden.

Seit der Einführung des Medikaments im September 2012 wurden nach Angaben des Herstellers mehr als 5000 Patienten in Deutschland mit dem Wirkstoff Perampanel behandelt. Die Krankenkassen können nach der Einstellung des Programms im Rahmen einer Einzelfallentscheidung die Kosten für den Import aus einem anderen EU-Land übernehmen. Das erfordert jedoch Hartnäckigkeit und Widerspruchswillen. „Für die Patienten ist das definitiv umständlicher“, sagt Susanne Fey, Vorsitzende des Epilepsie Bundes-Elternverbands (e.b.e).

Beim Verband haben sich schon einige Betroffene gemeldet, bei denen die Kassen die Kostenübernahme abgelehnt haben. Die Begründungen seien teilweise leicht zu widerlegen. Sie reichten von „nicht zugelassen“ bis hin zu der Aussage, dass es sich bei Epilepsie um keine lebensbedrohliche oder die Lebensqualität beeinträchtigende Erkrankung handele. Einer älteren Patientin habe eine Krankenkasse mitgeteilt, sie müsse dann andere Medikamente ausprobieren, berichtet Fey. Ein Lichtblick sei die Initiative einer Krankenkasse aus Baden-Württemberg gewesen, die Patienten angeschrieben und ihnen geraten habe, das Schreiben in der Apotheke vorzulegen. Darin hatten die Krankenkassen gesagt, dass sie die Kosten übernehmen.

In der Vergangenheit hatten Patienten und Ärzte die negative Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) kritisiert. „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen beurteilen wir die Chancen als sehr gering, dass für neue Antikonvulsiva ein Zusatznutzennachweis erbracht werden kann“, erklärt der Hersteller. Das Problem sei, dass sich in einer direkten Vergleichsstudie der individuelle Zusatznutzen für Patienten nicht abbilden lasse; die Krankheitsverläufe seien zu unterschiedlich.

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