90 Prozent weniger Karies

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Greifswald - In den meisten Industriestaaten haben Kinder immer gesündere Zähne – trotzdem gibt es noch große soziale Unterschiede. In den 1980er Jahren hatten die 12-Jährigen in Deutschland durchschnittlich sieben kariöse Zähne, heute sind es 0,7. Das entspricht einem Rückgang um 90 Prozent. „Der Kariesrückgang ist eine medizinische Erfolgsgeschichte“, sagte der Zahnmediziner Professor Dr. Christian Splieth mit Blick auf die vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie. In anderen Ländern sieht die Entwicklung dagegen nicht so gut aus.

In Schwellenländern und einigen aufsteigenden Industriestaaten nimmt die Karies zu. „Mit zunehmendem Reichtum steigt in diesen Ländern der Zuckerkonsum“, sagte Splieth. Parallel dazu gebe es aber noch keine etablierten Vorsorgesysteme zur Kariesprophylaxe. Zu diesen Ländern gehörten Brasilien, Litauen und Polen. Dort haben laut Splieth 12-Jährige im Durchschnitt sechs kariöse Zähne.

Den Karies-Rückgang in den meisten Industriestaaten führen die Forscher auf konsequentes Zähneputzen und Fluoridgaben zurück. „Seit den 50er und 60er Jahren sind die Ursachen der Karies bekannt“, sagte Splieth. Fluoride in Zahnpasta seien sehr erfolgreich. „In der Gesellschaft hat sich die Auffassung etabliert, dass man nicht mehr wie früher Oma mit einem Totalgebiss enden muss.“

Dazu kämen die Gruppenprophylaxe an Schulen und Kindergärten und die Individualprophylaxe beim Zahnarzt. Zahnprävention bei Kindern ab drei Jahren und bei Jugendlichen sei in Deutschland als Kassenleistung anerkannt. Splieth beklagt jedoch Defizite bei den unter Dreijährigen. „Das ist eine politisch gesetzgeberische Lücke, die geschlossen werden muss“, sagte Splieth. „Wir wissen, dass Kinder mit viel Milchzahnkaries auch später mehr Karies im bleibenden Gebiss haben.“

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