Versicherungen

Wasserschaden: Apotheker in der Zeitfalle

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Die Handwerker müssen innerhalb der ersten drei Tage vor Ort tätig werden, damit die Versicherung die Kosten übernimmt. „Das ist eine Riesenchance“, so Jeinsen. Die Versicherungen verlangten in der Regel drei Kostenvoranschläge und bewilligten in der Regel den günstigsten. Die „Obliegenheitspflicht“ im Schadensfall gehe auf die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zurück und sei für alle Versicherungen Standard. Nach Ablauf der drei Tage und der ersten erfolgreichen Sanierung blieben Versicherer und Hausverwalter in der Regel bei den Betrieben, die bereits die Arbeit aufgenommen hätten.

Viele Versicherer hätten oft keine detaillierte Kenntnis über die Hygieneanforderungen in Apotheken. Zudem seien die Gutachter und Schadenregulierer grundsätzlich gehalten, den Schaden ordnungsgemäß aber auch preiswert zu beseitigen, sagt er. Dies genüge bei normalen Schäden, aber nicht, wenn der Wasserschaden beispielsweise zu einem Keimbefall führen könnte. Deshalb sollte man mit der Versicherunge klären, dass Weisungen von Aufsichtsbehörden und Vorschriften des Apothekenrechts vorrangig sind.

Der Versicherungsmakler rät Apothekern, sich bereits zu Vertragsbeginn bei beim Versicherungsberater über qualifizierte Schadensbeseitiger nach der Norm DIN EN ISO 9001 in der Nähe zu informieren. Die Versicherung sollte bestenfalls schriftlich bestätigen, eine schnelle und qualifizierte Hygienesanierung zu übernehmen. Falls nicht, sollte der Vertrag nachgebessert werden. Präventiv könnte die Apotheke auf Schwachstellen etwa mögliches eindringendes Wasser an der Eingangstür oder in der Nähe liegenden Gewässern, die über das Ufer treten könnten, geprüft werden. Auch ein Gespräch mit dem Eigentümer des Hauses wegen bisherigen Wasserschäden sei sinnvoll. Inhaber könnten sich erklären lassen, in welchem Zustand das Leitungssystem des Gebäude ist und ob Abwasserrohre an der Decke oder in Wänden des Betriebs verlaufen.

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