Was bringt's?

Was es mit Heilwasser auf sich hat dpa, 10.08.2018 14:21 Uhr

München/Bonn - Viele vergessen es einfach. Dabei ist regelmäßiges Trinken am Tag ein Muss. Denn der Körper braucht Flüssigkeit, damit er seine Funktionen aufrechterhalten kann. Etwa zwei Liter täglich sind optimal – bei Hitze darf es auch ein Liter mehr sein. Als ideales Getränk gilt Wasser, nicht zuletzt, weil es kalorienarm ist. Manch einer will sich etwas Gutes tun und greift statt zum Leitungs- oder Mineralwasser gleich zu Heilwasser. Aber bringt das wirklich etwas?

Tatsächlich handelt es sich nicht nur um Hokuspokus. Wo Heilwasser draufsteht, muss auch Heilendes drin sein: „Heilwasser ist im Gegensatz zu Mineralwasser, Quell- oder Tafelwasser kein Lebensmittel, sondern ein Arzneimittel“, sagt Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern in München. Das bedeutet: Heilwasser unterliegt dem Arzneimittelrecht und muss vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen werden.

Wie bei anderen Arzneimitteln muss auch der Abfüller von Heilwasser die Wirksamkeit sowie die Qualität und Unbedenklichkeit des Produkts mit wissenschaftlichen Gutachten nachweisen. „Der Gesetzgeber verlangt dazu eine umfangreiche Prüfung und Dokumentation“, sagt Schubert. Das schlägt sich auch auf den Preis nieder: 73 Cent pro Liter kostet Heilwasser im Schnitt, sagt Corinna Dürr vom Informationsbüro Heilwasser. Zum Vergleich: Mineralwasser beim Discounter ist für rund 13 Cent pro Liter zu haben. Markenwasser kostet rund 50 Cent pro Liter.

Aber was macht Heilwasser aus? Heilwasser stammen aus tiefen Gesteinsschichten. Bis dorthin hat das in den Boden gesickerte Regenwasser einen langen Weg zurückgelegt. Dabei wurde es gefiltert. Zugleich nimmt es je nach Gestein Mineralstoffe auf. Abhängig von den geologischen Bedingungen entwickeln sich unterschiedliche Wässer.

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