Tod nach Fettabsaugen: Arzt verliert Approbation

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Berlin -

Der Berliner Schöheitschirurg, dessen Patientin nach einer Fettabsaugung starb, erhält seine Approbation nicht zurück. Er sei „unwürdig zur Ausübung des ärztlichen Berufs“, so das Verwaltungsgericht Berlin.

Der Arzt führte bei seiner 49-jährigen Patientin eine Bauchdeckenstraffung mit Fettabsaugung durch und behob einen Narbenbruch im Unterbauch. Der Patientin hatte er vorgetäuscht, die Operation in seiner Tagesklinik mit einem Anästhesisten durchführen zu wollen, tatsächlich betäubte er die Patientin selbst. Während der Operation ließ er die Herzfrequenz, den Erregungsablauf des Herzens, den Blutdruck und die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff messen. Die Blutgaswerte, durch die man die Sauerstoffversorgung des Gehirns bestimmt, wurden nicht überwacht. Bei der Operation waren drei Arzthelferinnen anwesend.

Während der Operation musste die Patientin nachbetäubt werden. Als der Chirurg die Wunde schloss, kam es aus ungeklärter Ursache zum Herzkreislaufstillstand. Daraufhin reanimierte er die Patientin, wobei diese sich übergab. Eine endotracheale Intubation und Beatmung – wie es dem medizinischen Standard entsprochen hätte – erfolgte nicht. Ihr wurde lediglich mittels einer Maske Sauerstoff zugeführt, zum Offenhalten der Atemwege nutzte der Arzt einen Guedel-Tubus, der aber nicht vor Aspiration schützt.

Dem Arzt gelang es, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen, doch statt sofort einen Notarzt zu rufen und die Frau ins Krankenhaus zu bringen, ließ er sie sieben Stunden im Operationssaal liegen. Er fürchtete, das Bekanntwerden des Zwischenfalls könne seinem Ansehen schaden und seine berufliche und wirtschaftliche Existenz gefährden. Der Tod der Patientin sei ihm zwar unerwünscht gewesen, er habe ihn aber in Kauf genommen.

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