Syntellix: Start-up verklagt Maschmeyer auf Millionen

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Berlin -

Das Medizin-Start-up Syntellix will über sechs Millionen Euro Schadenersatz von Carsten Maschmeyer. Der Unternehmer überziehe die Hannoveraner Firma mit einer schon „über mehrere Jahre hinweg andauernden Diffamierungs-, Schädigungs- und Marodierungs-Kampagne“, so der Vorwurf. Hinter Syntellix steht Utz Claassen, ehemals ein enger Freund von Maschmeyer.

Maschmeyer und Claassen haben ein lange gemeinsame Geschichte und waren einst eng befreundet. 2008 hatte Claassen Syntellix gegründet, dessen Hauptprodukt „Magnezix“ ist, bioabsorbierbare Knochen-Implatate. Sie werden wie Titanschrauben beispielsweise bei Brüchen eingesetzt, dann jedoch laut Firmenangaben sukzessive vom Körper abgebaut und durch Knochenmaterial ersetzt. Die Geschäftsidee gefiel offenbar auch Maschmeyer: Bis Ende 2016 war er an der Syntellix AG beteiligt.

Mit dem Ausstieg kam der Bruch: Maschmeyer hatte gegen Claassen Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue gestellt, nachdem dieser 2015 einen Sponsorenvertrag zwischen Syntellix und dem spanischen Fußballclub RCD Mallorca abgeschlossen hatte – bei dem Claassen neben seiner Tätigkeit bei Syntellix als Präsident und leitender Geschäftsführer tätig war. Claassen hätte den Syntellix-Aufsichtsrat über den möglichen Interessenkonflikt informieren müssen, so Maschmeyers Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft Hannover sah das jedoch anders, sie erkannte keine zureichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten. Der Bruch aber war da, Ende 2016 stieg Maschmeyer aus.

Damit hatte die wahre Auseinandersetzung aber gerade erst begonnen. Ebenfalls 2016 hatten zwei Ärzte in einer Fachzeitschrift des Medizinverlags Thieme eine Studie zu den Produkten von Syntellix veröffentlicht und kamen zu einem vernichtenden Ergebnis: Den Implantaten fehle es an Marktreife, ein flächendeckender Einsatz in Kliniken sei nicht zu empfehlen. Dagegen wehrt sich Syntellix gerichtlich und führt erhebliche methodische Schwächen der Studie als Argumente an. Auch Thieme hatte zwischenzeitlich eingeräumt, dass die Studie erhebliche Mängel hat.

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