30 Jahre Mauerfall

So erlebten Apotheker den 9. November 1989 APOTHEKE ADHOC, 08.11.2019 08:52 Uhr

Berlin - Morgen jährt sich zum 30. Mal der Fall der Berliner Mauer. 84 Apothekerinnen und Apotheker aus den alten und neuen Bundesländern haben gegenüber dem Datenpanel aposcope beschrieben, wie sie den 9. November 1989 erlebt haben. Welches Gefühl und persönliche Momente verbinden sie mit dem historischen Ereignis? Vom Pharamziestudenten, der im Labor nichts mitbekommt bis zur tränenreichen Familienzusammenführung ist alles dabei.

Der Fall der innerdeutschen Mauer hat auch bei den Apothekern in Ost und West vor allem Freude ausgelöst. Bei den Befragten im Westen wurde „Erleichterung“ am zweithäufigsten genannt, im Osten „Glück“. Ein Gefühl von „Freiheit“ wurde naturgemäß im Osten mehr empfunden als bei Umfrageteilnehmern aus den alten Bundesländern. Hoffnung, Euphorie, Aufbruch und Begeisterung waren weitere positive Empfindungen, die Befragte mit dem Tag des Mauerfalls verbinden. Gerade in der ehemaligen Bundesrepublik konnte viele das große Ereignis im ersten Moment gar nicht realisieren: Unglauben und Überraschung werden hier genannt, aber auch Rührung, Dankbarkeit und Bewunderung.

Selbstverständlich gab es auch in den Apothekenteams nicht ausschließlich positive Gefühle: Unsicherheit oder Angst bewegten damals fast jeden Fünften im Osten. Verwunderung herrschte teilweise auf der anderen Seite der innerdeutschen Grenze, in Einzelfällen auch Wut, Angst und Verunsicherung.

Bei der Befragung von aposcope zum Mauerfall vor 30 Jahren wurden die Teilnehmer auch gefragt:

„Welches Erlebnis verbinden Sie mit dem 9. November 1989 oder woran erinnern Sie sich besonders?“

  • Als ehemaliges DDR Kind veränderte das mein Leben, wir waren fassungslos. Ich konnte meinen Opa endlich kennenlernen
  • Der erste Besuch in Westberlin mit dem Weg über die Bornholmer Brücke. Ich fuhr zum Kurfürstendamm und kaufte für meinen Vater eine Coca Cola als Geschenk.
  • Die plötzliche Reisefreiheit hat mich sehr gefreut und habe ich auch bald genutzt.
  • Ich hatte am Wochenende nach dem 9. November Notdienst und nie so wenige Kunden wie an diesem Wochenende. Am Sonntagnachmittag kam eine Oma, die ihre Enkel in Obhut hatte. Sie war ganz aufgelöst, weil die Eltern in Richtung Westen unterwegs und noch nicht zurück waren und die Kleinstkinder Hunger hatten. Da es zu DDR-Zeiten keine Babynahrung in Apotheken gab, habe ich ihr dann in völliger Not Traubenzucker verkauft, damit die Kleinstkinder wenigsten etwas hatten.
  • Am Morgen auf dem Weg zur Uni nach Berlin-Weißensee war die S-Bahn so leer… Keiner fuhr Richtung Osten. Praktikum Arzneistoffanalytik. Die Putzfrau stand am Morgen mit dem Besen auf dem Flur und sagte uns: He Jungs, die Mauer ist offen – wir hatten nichts mitbekommen und nur die Analysen im Kopf. Dann war die Frage: Labor oder rüber nach Westberlin? Natürlich ließen wir das Labor sausen und fuhren rüber. Aber erst am Nachmittag!
  • Ich stand selbst auf der Mauer, live dabei…
  • Trabis an den Grenzübergängen, Jubel, Freude, Einigkeit
  • Ich war sehr jung und weiß das es große Unruhe gab. Alle haben den Westen besucht.
  • Ungewissheit, was wird kommen?
  • Bekanntgabe durch Günter Schabowski
  • Ich war gerade zu Besuch bei einer „Westtante“ und bekam von dort aus mit, wie sich alles in meinem Heimatland entwickelt bis hin zum Fall der Mauer, konnte mir ein Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten damals nicht wirklich vorstellen und dachte nicht, dass das SED-Regime tatsächlich „wortlos“ abdankt. Mir war bewusst, dass bei den Veränderungen viele Leute unter die Räder kommen werden und sich so mancher bereichern wird in den Wirren der Anfänge.
  • Ich war erst 13 Jahre und es war der Tag nach meinem Geburtstag! Wir haben das zusammen im TV verfolgt.
  • Ich war bei der NVA und habe den Mauerfall im Fernsehen verfolgt, war aber zu dieser Zeit schon nicht mehr „unter Waffen“. Zum Glück blieb alles friedlich.

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