Schlafstörungen

Hilfe aus dem Kinderschlaflabor dpa, 20.06.2017 11:20 Uhr

Magdeburg - Helena ist zehn Wochen alt. Ihre Eltern überwachen sie 24 Stunden am Tag. Der Grund: Mitten im Schlaf schnappt das Baby immer wieder nach Luft. Die Eltern bekamen es so sehr mit der Angst zu tun, dass sie nach allen medizinischen Möglichkeiten suchten. Kinderärzte fanden keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme. Die Mutter, Julia Kudlaszyk, schrieb direkt die Leiterin des Kinderschlaflabors am Universitätsklinikum Magdeburg, Dr. Uta Beyer, an. Die kann sie nun beruhigen – nach einer Nacht im Kinderschlaflabor.

Wie rund 300 Kindern pro Jahr werden auch der kleinen Helena Elektroden an den Kopf geklebt. Ein Netz darüber hält diese zusammen und leitet die vielen Kabel zu den Aufzeichnungsgeräten. Zwei Kameras und ein Mikrofon zeichnen zusätzlich Helenas Schlaf auf. Dass das Zimmer kindgerecht eingerichtet ist mit Büchern, Puppen und Plüschtieren und Fensterbildern interessiert Helena noch nicht.

Größere Kinder aber schon – schließlich kommen hierher alle Altersklassen vom Frühgeborenen bis zum 17-Jährigen. Sie leiden unter Atemstörungen, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit oder auch nächtlichen Krampfanfällen. Jedes Problem für sich kann das Leben einer gesamten Familie auf den Kopf stellen, sagt Beyer vor dem „Tag des Schlafes“ am Mittwoch. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren im Schlaflabor.

Das Besondere an dem Kinderschlaflabor ist laut Beyer, dass die medizinischen Disziplinen nicht so stark getrennt sind wie in der Erwachsenen-Medizin. „Wir sind auf eine enge Zusammenarbeit angewiesen mit vielen Fachrichtungen.“

Bundesweit gibt es laut Deutscher Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) 314 akkreditierte Schlaflabore, darunter 28 auf Kinder spezialisierte. Jährlich führten sie rund 350.000 Schlaflaboruntersuchungen durch.

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