Oberhausen: Gefährliche Auffrischimpfung

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Berlin -

In einem Pflegeheim in Oberhausen kam es Anfang September zu Zwischenfällen nach Drittimpfungen. Ein Schreiben, in dem Ärzt:innen darüber informiert werden, dass Auffrischimpfungen immer Einzelfallentscheidungen bleiben, sorgt für Aufregung.

Im Seniorenheim in Oberhausen-Holten erhielten am 1. September insgesamt 89 Bewohner:innen ihre dritte Dosis Comirnaty. Bei neun Personen kam es zu starken Impfreaktionen. Zwei der Betroffenen mussten reanimiert werden – einen Todesfall gab es nicht. Beide Personen wurden anfangs intensivmedizinisch versorgt. Beiden Patienten geht es gesundheitlich wieder besser. Durchgeführt wurden die Impfungen von einer Ärztin, die bereits seit Beginn der Impfkampagne im vergangenen Winter Vakzine als Teil mobiler Teams in Alten- und Pflegeheimen verabreicht.

Zwischen der Zweit- und Drittimpfung muss ein Abstand von mindestens sechs Monaten liegen – das sei bei allen Bewohner:innen, die an diesem Tag ihre Impfung erhielten, der Fall gewesen. Weder die Stadt Oberhausen noch die Ärztekammer Nordrhein können einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und der Impfung bestätigen. Bislang seien über 11.000 Auffrischimpfungen in Nordrhein durchgeführt worden. In keinem anderen Alten- oder Pflegeheim sind bislang ähnliche Fälle dokumentiert worden.

Bei den Symptomen der Oberhausener Pflegeheimbewohner:innen handelte es sich vor allem um neurologische Störungen, Herz-Kreislauf- und Atemwegsprobleme. Probleme bei der Aufbereitung oder Lagerung sollen nicht aufgetreten sein. Der Prozess an sich – ob nun falsche Lagertemperatur oder Verunreinigungen – seien mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Grund für die Reaktionen. Die unerwünschten Ereignisse wurden dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Abgeschlossen ist der Fall noch nicht.

„Die gesundheitlichen Zwischenfälle traten ausschließlich in einem der beiden betroffenen Häuser auf, und zwar ausschließlich in einer Wohngruppe mit dementiell erkrankten Personen“, informiert die Stadt Oberhausen. „Aus Sicht des Gesundheitsamtes werden die beschriebenen Vorkommnisse als relevante gesundheitliche Ereignisse interpretiert, bei denen zum aktuellen Zeitpunkt nicht sicher unterschieden werden kann, ob und wenn ja, bei welchen Personen ein kausaler Zusammenhang zwischen den berichteten gesundheitlichen Ereignissen und den zuvor durchgeführten Impfungen besteht.“

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