Neukeferloh: Apotheke schließt wegen E-Rezept

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Berlin - Apotheker in der ganzen Republik blicken mit Verunsicherung den Herausforderungen der Digitalisierung entgegen – nicht zuletzt, weil die Politik den digitalen Wandel zunehmend forciert. Für die Apotheke von Dr. Johanna Zimmermann bedeutet sie den Todesstoß: Nach 24 Jahren sieht die Inhaberin der Ottilien-Apotheke in Grasbrunn bei München auch aufgrund neuer rechtlicher Vorgaben keine wirtschaftliche Grundlage mehr für ihren Betrieb.

Bis September dieses Jahres müssen alle Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein, um E-Rezepte und elektronische Patientenakten empfangen und verarbeiten zu können. Das hat der Gesetzgeber im Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) festgeschrieben. Für die Ottilien-Apotheke gilt das nicht – denn sie wird es dann nicht mehr geben. Ende März ist nach 24 Jahren Schluss mit Zimmermanns Betrieb.

Grund seien die zusätzlichen Anforderungen an die Apotheke, die mit den Digitalisierungsvorgaben aus dem Bundesgesundheitsministerium kommen. „Diese sind mit einem großen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden, beispielsweise für die Anschaffung eines neuen Computersystems sowie dem Umbau der Arbeitsplätze entsprechend den aktuellen rechtlichen Vorgaben”, so Zimmermann.

Mittelfristig seien die künftigen Anforderungen an die Arbeitsplätze in den derzeitigen Räumlichkeiten „technisch nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand zu erfüllen“, heißt es da. Allerdings seien auch der Nachwuchsmangel und die unsichere finanzielle Perspektive durch die wachsende Konkurrenz durch Versandapotheken mit verantwortlich für die Entscheidung.

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