Studie zu Packungsbeilage

Nebenwirkungen werden zu selten erfasst APOTHEKE ADHOC, 14.05.2019 13:24 Uhr

Berlin - Jeder zweite Patient in Deutschland hatte bereits Nebenwirkungen bei der Einnahme von Arzneimitteln, tatsächlich wird aber nur jede hundertste auftretende Nebenwirkungen offiziell erfasst. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Agentur Promio im Auftrag von Medikura, einem Anbieter digitaler Nebenwirkungsmeldungen.

Fast jeder weiß, dass die Tabletten, die er in der Apotheke bekommt, auch Nebenwirkungen haben können, teils gar schwere. Trotzdem schaut nur ein Viertel der Patienten bei jedem verschriebenen Arzneimittel in die Packungsbeilage. Mehr als ein Drittel wirft nie oder nur in Einzelfällen einen Blick hinein. Promio hatte im September 1535 Frauen und Männer zwischen 25 und 60 Jahren befragt. „Die Ergebnisse der Studie zeigen uns, wie wichtig es seitens der Hersteller ist, den Patienten einfache und verständliche Beipackzettel an die Hand zu geben und deren Aktualisierung in Bezug auf Nebenwirkungen ernster zu nehmen“, so Medikura-Gründer Dr. Philipp Nägelein.

Dabei sieht der Erhebung zufolge eine große Mehrheit der Befragten die Bedeutung des Beipackzettels. Wenn sie nach Nebenwirkungen suchen, schauen demnach 80 Prozent dazu in die Packungsbeilage – und scheinen sie ernst zu nehmen. Denn 39 Prozent gaben an, sich schon einmal aufgrund der angegebenen Nebenwirkungen gegen die Einnahme eines Medikaments entschieden zu haben, weitere 40 Prozent haben das in Erwägung gezogen. Dabei gab nur eine hauchdünne Mehrheit von 51 Prozent an, sie habe das Gefühl, über Nebenwirkungen ausreichend aufgeklärt zu sein. 49 Prozent geht es nicht so.

Von den Befragten hatte mehr als die Hälfte bereits Erfahrungen mit Arzneimittelnebenwirkungen gemacht. 4 Prozent gaben an, häufig Nebenwirkungen zu haben, bei 18 Prozent seien bisher einmal vorgekommen. Mit 31 Prozent gab fast ein Drittel an, gelegentlich mit Arzneimittelnebenwirkungen zu kämpfen zu haben. Mit 47 Prozent hat weniger als die Hälfte keine negativen Erfahrungen gemacht. Dem entsprechen auch die Antworten auf die Einstellung zur Medikamenteneinnahme: Weniger als ein Drittel gab an, sich keine Sorgen aufgrund möglicher Nebenwirkungen zu machen. 17 Prozent sind nach eigenen Angaben immer besorgt, mit 53 Prozent mehr als die Hälfte manchmal.

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