Apothekerin: Parasitenmittel für Flüchtlinge

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Berlin - Zehntausende Flüchtlinge sind in den vergangenen Tagen in München angekommen. Die Menschen stammen hauptsächlich aus Syrien und haben eine lange Reise hinter sich. Die medizinische Erstversorgung übernehmen Hilfsorganisationen. Auch bei der Internationalen Hauptbahnhof Apotheke war der Andrang in den vergangenen Tagen groß. Die Asylsuchenden benötigten vor allem Mittel gegen Parasiten.

Die Internationale Hauptbahnhof Apotheke liegt direkt am Bahnhofsplatz und hat den Ansturm des Flüchtlingstroms aus Ungarn zu spüren bekommen. Vor allem Läusemittel und Produkte zur Behandlung von Scabies wurden verlangt. Rezepte seien von deutschen Übersetzern vorgelegt worden, sagt Apothekerin Jelena Vidakovic. Ärzte meldeten sich auch direkt. Ein Mediziner habe rund 60 Packungen Infectoscab (Permethrin/Infectopharm) vorbestellt. Auch Arzneimittel gegen Durchfall oder Zahnschmerzen waren gefragt. Als der Andrang aus Ungarn absehbar war, seien mehr Arzneimittel bestellt worden, so Vidakovic.
Die Apotheke selbst hat Geschenke verteilt. Werbemittel der Hersteller seien abgegeben worden, sagt Vidakovic. Darunter waren Probepackungen mit Duschcreme, Kosmetikprodukte gegen trockene Haut und Regenschirme. Ein Problem sei jedoch die schlechte Verständigung: „Nur wenige Flüchtlinge sprechen Englisch“, so Vidakovic. Die Situation habe sich seit Montag wieder normalisiert. Aktuell bekämen die Mitarbeiter nur wenig von den Flüchtlingen mit.

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