Berufslaufbahn

Lieber Nonne als Apothekerin Carolin Bauer, 11.03.2018 10:54 Uhr

Berlin - Für Ursula Hertewich schien der Karriereweg vorgezeichnet. Die Saarländerin stammt aus einer Apothekerfamilie. Nach dem Pharmaziestudium promovierte die heute 42-Jährige. Im Anschluss unterstützte sie Eltern und Schwester in der Mathilden-Apotheke in Wadgassen, die ihr Urgroßvater vor 122 Jahren gegründet hatte. Dann folgte der Ruf des Klosters.

Aus der Apothekerin ist Nonne Ursula geworden. Seit 2006 gehört sie zu den Schwestern der heiligen Katharina von Siena im Orden des heiligen Dominikus und lebt im Kloster Arenberg in Koblenz. „Ich habe immer gesagt, ins Kloster gehe ich auf keinen Fall“, erinnert sie sich. Während ihres praktischen Jahres erfüllte sie 2002 in Neuseeland erstmals der Wunsch nach einer alternativen Lebensform. „Ich habe damals gespürt, dass eine eigene Familie nicht das Richtige für mich ist.“

Von einer Ordensschwester war sie zu diesem Zeitpunkt jedoch noch weit entfernt. Nach Promotion und Tätigkeit als Postdoktorantin wechselte sie 2004 in die elterliche Apotheke. „Ich wusste, dass ich nicht an der Uni bleiben will. Mir war wichtig, den Originalberuf zu erleben.“

Zu ihren Fachgebieten zählten Ernährung und Phytopharmazie. „In einer Landapotheke kommt alles angeschwemmt. Ich war echt glücklich.“ Die enge Arbeit mit der Familie habe ihr gut gefallen. Doch die Zweifel blieben. „Ich habe mich immer sehr intensiv mit dem Glauben auseinandergesetzt. Gott war für mich immer eine Größe.“

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