Sonnenschutz bei Öko-Test

Ladival top, Lancaster flop

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Berlin -

Rechtzeitig zur Hitzewelle im Spätfrühling und der anstehenden Urlaubssaison hat Öko-Test Sonnenschutzmittel unter die Lupe genommen. Fazit: Schon sehr günstige Eigenmarken aus der Drogerie konnten überzeugen, auch einige in der Apotheke erhältliche Produkte erhielten das Prädikat „sehr gut“. Ganz durch fiel eines der teuersten Produkte im Feld.

Erwachsene sollten sich für ein Produkt entscheiden, das mindestens den Lichtschutzfaktor (LSF) 20 aufweist, sagen die Tester der Frankfurter Redaktion. Kinder sind ab Lichtschutzfaktor 30 gut vor den Folgen der UV-Strahlung behütet. Schwangeren, Stillenden und Kindern wird zu Produkten mit mineralischen UV-Filtern geraten. Insgesamt 27 Sonnenmilchprodukte, Lotions, Cremes und Sprays aus Apotheken, Drogerien, Discountern, Parfümerien, Super- und Biomärkten standen auf dem Prüfstand. Mangels alternativen Labortestverfahren wurde mit menschlichen Probanden getestet, bei denen ein Sonnenbrand verursacht wurde.

Alle Produkte wurden auf Konservierungsstoffe sowie auf allergisierende und problematische Duftstoffe überprüft. „Zudem wollten wir wissen, ob sich gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachweisen lassen“, schreiben die Tester. „Erstere reichern sich im Körper an, letztere können krebserregende Bestandteile enthalten.“ Weitere mögliche Punktabzüge gab es für eine Verpackung mit PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, die Probleme bei der Entsorgung für die Umwelt verursachen könnten.

In den meisten getesteten Produkten wurden bedenkliche UV-Filter aufgespürt. Für besorgniserregend halten die Öko-Tester etwa chemische Blocker, da sie in Verdacht stehen, hormonell zu wirken. Bereits im Tierversuch nachgewiesen wurde für Ethylhexyl Methoxycinnamat. War diese Substanz enthalten, gab es eine Abwertung um gleich zwei Noten.

Unter den zertifizierten Naturkosmetika schnitt die dm-Eigenmarke Alverde Sensitiv Sonnenmilch LSF 30 (6,95 Euro) am besten ab. Auch die in den Apotheken erhältliche Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme LSF 30 kam ohne festgestellte Mängel auf ein „sehr gut“. Ebenfalls mit „sehr gut“ wurde das Lavidal Allergische Haut Sonnenschutz Gel LSF 20 von Stada ausgezeichnet. Nur die Gesamtnote „gut“ erhielt die Weleda Edelweiss Sonnenmilch LSF 30. Hier wurden ein Umkarton, der kein Glas schützt und der angegebene, aber nicht nachweisbare Duftstoff Citronellol bemängelt.

Gemischte Ergebnisse gab es für andere apothekenexklusive Sonnenschutzmittel. Ein „gut“ erhielt die Eucerin Photoaging Control Sun Lotion Extra Light LSF 30 von Beiersdorf. Moniert wurden hier eine mangelhafte Verpackung und ein fehlender Anwendungs- und Warnhinweis. Nur die Gesamtnote „befriedigend“ wurde der Daylong Ultra Liposomale Sonnenschutz-Lotion 30 von Galderma zugebilligt. Abzüge gab es für den nachgewiesen schädlichen UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamat und insgesamt nur befriedigende Inhaltsstoffe.

Nur ein „ausreichend“ erhielten die auch in Apotheken erhältliche Vichy Idéal Soleil Gel-Milch und die La Roche-Posay Anthelios Milch. Hier wurden PEG/PEG-Derivate festgestellt, sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoff machen. Sie wurden auch in der (nicht in Apotheken geführte) Lancaster Sun Beauty Velvet Milk 30 aufgespürt. Und nicht nur die: Gleich zwei bedenkliche UV-Filter, Duftstoffe, die Allergien auslösen können und der Duftstoff Lilial, der im Tierversuch die Fortpflanzung beeinträchtigte, ließen für die Öko-Tester nur ein Gesamturteil „ungenügend“ für das hochpreisigen Produkt zu.

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