„Ich mache die Hotgen-Deutschlandtour“

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Berlin -

Corona-Laientests sind heiß begehrt, aber oftmals schwer zu bekommen. Gut also für die Apotheke, die einen zuverlässigen und schnellen Lieferanten hat. Und das kann durchaus auch mal ein anderer Apotheker sein, Bodo Schmitz-Urban zum Beispiel: Er hatte sich schnell eine verlässliche Quelle organisiert und greift nun dutzenden Apotheken unter die Arme – höchstpersönlich. Schmitz-Urban ist tagelang mit einem Camper voll Laientests durch die gesamte Republik gefahren und hatten Apotheken damit beglückt.

„Das ist mein mobiles Homeoffice“, sagt Schmitz-Urban über seinen neuen Camper: Bis unters Dach hat er ihn mit Corona-Laientest vollgepackt und ist dann einmal im Uhrzeigersinn durch die ganze Republik gefahren – 3000 Kilometer in drei Tagen, übernachtet hat er im Camper. „Endlich komme ich mal wieder raus, das ist fast wie Urlaub.“ Doch was sich – zumindest fast – wie Urlaub anfühlt, soll zahlreichen Apotheken helfen, sich in der aktuellen Situation zu behaupten. 12.000 Tests hat er während der ersten Tour an insgesamt 20 Apotheken verteilt. Und am Montag geht es gleich weiter. Denn die Nachfrage ist groß.

„Alle Apotheken werden gerade von Kunden überrannt, aber kaum eine hat Laientests“, sagt Schmitz-Urban. „Damit stehen die Vor-Ort-Apotheken vor einem Dilemma, denn die Versender können liefern und auch die Drogerien und Supermärkte bieten welche an. Dort, wo sie der Beratung wegen hingehören, finden Kunden jedoch oft keine.“ Glücklicherweise habe er sich bereits frühzeitig gut aufgestellt, erzählt er. „Ich habe das Problem vor einem Jahr am eigenen Leib erfahren, als wir plötzlich Atemschutzmasken brauchten, aber nirgendwo welche kriegten“, sagt er. „Dasselbe Problem habe ich bei den Tests auf uns zukommen sehen und deshalb rechtzeitig meine Kontakte zu den asiatischen Importeuren angefragt, über die ich dann auch die Masken bezogen habe.“

Bereits vor drei Wochen bestellte er dort 50.000 Tests von Hotgen – zertifiziert, einzeln verpackt und mit deutscher Anleitung. „Die Ware kommt nun nach und nach rein. Teilweise verschicken wir sie per Express, teilweise liefere ich sie persönlich im ganzen Bundesgebiet aus, damit es noch schneller und zuverlässiger bei den Apotheken ankommt.“ Die persönlichen Besuche sind für ihn auch Kontaktpflege, denn Schmitz-Urban ist nicht nur Inhaber der beiden Falken-Apotheken in Wuppertal, sondern auch diplomierter Marketing-Kommunikationswirt, der mit seinem Unternehmen BSU Consult Apotheken berät. „Das ist keine Aktion meiner Apotheken, sondern meines Beratungsunternehmens“, sagt er. „Sonst berate ich nur strategisch, aber im Moment will ich auch operative Unterstützung leisten.“ Dabei beschränkt er die Aktion aber nicht auf seine Beratungskunden. „Wir beliefern nicht nur unsere Kunden, sondern jeden Inhaber, der Bedarf hat.“

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