Inhaber verkauft seine Apotheken und wird Mentor

, Uhr
Berlin -

Bodo Schmitz-Urban hat als Apotheker alles erreicht – das sagt er zumindest selbst. Mit gerade 40 Jahren hat er zwei Apotheken aufgebaut und erfolgreich gemacht, nun zieht es ihn zu neuen Ufern. Schmitz-Urban hat beide Apotheken gewinnbringend verkauft und will nun als Erfolgsberater reüssieren – samt Buch, Seminaren und einem Mentoringprogramm für junge Inhaber.

Gerade jetzt sei es an der Zeit für den Schritt, den er gegangen ist, sagt Schmitz-Urban: „Wir sind gefühlt seit 24 Monaten in einer extremen Stressphase: die Corona-Pandemie, Fachkräftemangel, das E-Rezept, die Plattformen“, so sein Befund. „Diese Volatilität ist für viele Inhaber nicht angenehm. Viele haben den Beruf ergriffen, weil sie etwas Sicheres wollten, bei dem sie nicht immer die Fühler ausstrecken müssen, wohin sich der Markt gerade entwickelt.“ Doch die Umbrüche sind derzeit groß und es herrsche großer Bedarf nach Orientierung. Hier sieht Schmitz-Urban seine Aufgabe, wie er erklärt.

„Ich habe Pharmazie damals nicht nur als Naturwissenschaft studiert, sondern weil ich die Unternehmung Apotheke sehr spannend finde“, sagt er. An das Pharmazie- schloss er ein Marketingstudium an, gründete sein erstes Beratungsunternehmen bereits 2011. Zwei Jahre später übernahm er die Falken-Apotheke in Wuppertal und steigerte ihre betriebswirtschaftlichen Zahlen nach eigenen Angaben innerhalb von drei Jahren deutlich. Ende 2016 folgte die zweite Falken-Apotheke in Wuppertal, eine Neugründung. „Die lief von Anfang an erfolgreich. Ich habe dann beide Apotheken im Verbund betrieben und sie so erfolgreich aufgebaut, dass ihre Strukturen grundsolide laufen.“ Seine Beratertätigkeit habe in dieser Zeit allerdings zurückgestanden, auch wenn Schmitz-Urban ein Tausendsassa blieb: Als beispielsweise im Frühjahr die Corona-Laientests heiß begehrt, aber schwer zu bekommen waren, organisierte er chinesische Lieferanten und fuhr mit seinem Camper durch Deutschland, um seine Apothekenkunden persönlich zu beliefern.

Doch Beratungs- und Inhabertätigkeit wurden mit der Zeit zu viel. „Ich habe gemerkt, dass es schwierig ist, zweigleisig zu fahren“, sagt er. Also entscheid er sich – gegen seine eigenen Apotheken und für die Beratertätigkeit. Im Sommer verkaufte er seinen Betrieb. „Ich habe mit meinen Apotheken alles erreicht, was ich wollte. Ich habe einen gut laufenden Verbund aufgebaut und war unternehmerisch erfolgreich“, sagt er. „Außerdem habe ich gemerkt, dass ich als Berater mehr erreichen kann. Wir stehen vor so vielen Umbrüchen im Apothekenmarkt, dass ich es für sehr wichtig halte, dass möglichst viele Apotheken ihr Geschäft optimieren.“

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort
Neuer Service „Mitarbeitergesundheit“
Apotheke stellt Gesundheitsmanager ein »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»