CDU-Gesundheitspolitiker

Dr. Rolf Koschorrek verstorben

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Berlin -

CDU-Gesundheitspolitiker Dr. Rolf Koschorrek ist tot. Nach langer Krankheit ist das ehemalige Mitglied des Bundesgesundheitsausschusses am 12. Januar verstorben. Koschorrek wurde 63 Jahre alt.

Koschorrek war jahrelang als profilierter Gesundheitspolitiker und später als einflussreicher Standespolitiker der Ärzteschaft bekannt. 2005 bis 2013 saß er für die CDU im Bundestag und war Mitglied des Gesundheitsausschusses. Nach seiner Ausbildung seiner Zahntechniker studierte der gebürtige Bad Bramstedter ab 1981 Zahnmedizin und eröffnete in 1989 seine eigene Praxis in seiner Heimatstadt. Bereits 1983 war er in die CDU eingetreten, elf Jahre später zog er für die Union in die Stadtverordnetenversammlung Bad Bramstedt ein, wiederum elf Jahre später wurde er Bundestagsabgeordneter. Zweimal wurde er für den Wahlkreis Steinburg-Dithmarschen Süd in den Bundestag. Ab 2009 war er der stellvertretende gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion.

In der Debatte um eine mögliche Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbots hatte Koschorrek sich an die Seite der ABDA gestellt und sich gegen die Einführung von Apothekenketten stark gemacht. Gemeinsam mit dem heutigen Gesundheitsminister Jens Spahn erarbeitete Koschorrek innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitspolitik ein Positionspapier, das wichtige Grundlagen des späteren AMNOG enthielt. Ebenfalls gemeinsam mit Jens Spahn gehörte er 2012 zu einer Gruppe aus 13 Unionspolitikern, die sich als erste in ihrer Partei öffentlich für eine volle rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit heterosexuellen Ehen forderte.

Eine Debatte um seine Nebentätigkeiten kostete ihn seine Nominierung für die Kandidatur zur Bundestagswahl 2013. Bereits seit 2012 war er Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe und des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte. 2014 wurde er Cheflobbyist der Hals-Nasen-Ohrenärzte. 2018 verlieh ihm die Zahnärztekammer Berlin ihre höchste Auszeichnung, die Ewald-Harndt-Medaille. Da war er bereits an Krebs erkrankt.

Seinen langen Kampf gegen die Krankheit verlor er am 12. Januar. Bei vielen seiner Weggefährten löste die Nachricht Bestürzung aus. „Er war Gesundheitspolitiker aus Überzeugung , ein guter Freund und ein feiner Kerl“, schrieb beispielsweise sein Parteikollege und Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken. „Es ist so bitter: jahrelang hat er gegen den Krebs gekämpft und dabei schwer unter den Nebenwirkungen der vielen Therapien und der immer wiederkehrenden Krankheit gelitten. Und trotzdem hat er die Hoffnung und den Mut nie verloren. Er wollte leben. Jetzt hat die Krankheit ihn und seinen Lebenswillen doch besiegt. Es ist so traurig. Ruhe in Frieden mein Freund!“

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