Deutschlands (mutmaßlich) jüngster Klinikapothekenleiter

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Berlin - Die Apotheke der Universitätsmedizin Rostock hat einen neuen Leiter: Seit Mitte Dezember trägt der Apotheker Karl-Peter Jahns die Verantwortung für eine der größten Apotheken im Land. Mit 33 Jahren ist er wohl der jüngste Leiter einer Krankenhausapotheke in Deutschland.

Nach dem Studium der Pharmazie in Greifswald sammelte der gebürtige Chemnitzer Erfahrungen in der Grund- und Regelversorgung im Krankenhausbereich mit der Versorgung einer Klinik aus einer öffentlichen Bützower Apotheke heraus. Anschließend war er als Filialleiter in einer öffentlichen Apotheke in Güstrow tätig.

Seit Mitte 2018 ist Jahns an der Unimedizin – erst als Abteilungsleiter, dann als stellvertretender und später als kommissarischer Apothekenleiter. „Ich freue mich sehr über die verantwortungsvolle Aufgabe und das Vertrauen, das mir an der Unimedizin entgegengebracht wird“, sagt Jahns. Man könne sich viel stärker spezialisieren als in einer öffentlichen Apotheke. So könnten die neun Apotheker im 35-köpfigen Team der Unimedizin Rostock den Fokus jeweils auf ihre Schwerpunktbereiche legen. Komplexe Einzelfälle, die Teilnahme an Arzneimittelstudien, die Mischung aus pharmazeutisch-logistischer Verwaltungsarbeit und naturwissenschaftlicher Arbeit im Klinikbereich machen für Jahns den Reiz seines neuen Postens aus.

Gemeinsam mit Ärzten und Pflegekräften tragen die Mitarbeiter der Klinikapotheke dafür Sorge, dass die Patienten während des Klinikaufenthaltes optimal und sicher mit Medikamenten behandelt werden. Jährlich werden etwa 320.000 Einzelbestellungen von Fertigarzneimitteln bearbeitet, 20.000 Chemotherapien zubereitet und 5000 maßgeschneiderte Medikamente wie beispielsweise Salben, Zäpfchen und Kapseln hergestellt. Dazu kommen 10.000 Einzelanfertigungen, die trotz der patientenindividuellen Dosierung häufig gebraucht und daher vorproduziert und vorgehalten werden. Die Apotheke versorgt außerdem das Krankenhaus in Ribnitz-Damgarten.

Auch wenn die Arzneimittelbelieferung und –herstellung einen großen Teil des Tagesgeschäftes ausmacht, möchte Jahns mehr: „Ein bisschen fehlt mir der direkte Patientenkontakt. Ich möchte zukünftig intensiver mit den Kollegen auf Station zusammenarbeiten, mehr Beratung am Patientenbett anbieten. Schließlich steht der Patient im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit.“

Eine breit aufgestellte und präsente Krankenhausapotheke mit Medikationsberatung und optimierter Antibiotikatherapie gehören zu seinen Plänen für die Zukunft. Außerdem liegen Jahns die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses am Herzen. Aktuell werden in der Unimedizinapotheke zwei PKA und eine Pharmazeutin im Praktikum (PhiP) ausgebildet. „Den Ausbildungsbereich würde ich gern stärken, schließlich sind wir als Unimedizin auch der Lehre verpflichtet“, sagt der dreifache Vater. In den letzten zehn Jahren hat es in der Apotheke eine hohe Fluktuation gegeben; Jahns will nun auch für Kontinuität sorgen.

 

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