Seltene Krankheiten

Das Löwenmädchen: Premiere in Berlin Silvia Meixner, 12.09.2017 13:08 Uhr

Berlin - Heute Abend feiert in Berlin der Kinofilm „Das Löwenmädchen“ Deutschlandpremiere. Es ist die bewegende Geschichte eines Mädchens mit der seltenen Krankheit Hypertrichosis lanuginosa, bei der der menschliche Körper über und über behaart ist. Einer der Premierengäste ist Eva Luise Köhler, die Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Sie ist Schirmherrin des Vereins Achse. APOTHEKE ADHOC ist Medienpartner.

Eine der weltweit wohl seltensten Krankheiten ist Hypertrichosis lanuginosa. In Deutschland ist kein Fall bekannt, weltweit liegen die Schätzungen bei rund 50. Der Film „Das Löwenmädchen“ basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman des norwegischen Autors Erik Fosnes Hansen. Er erzählt die fiktive Geschichte des außergewöhnlichen Lebens der Eva Arctander, die aufgrund eines Gendefekts am ganzen Körper behaart ist, was ihr das Aussehen einer jungen Löwin verleiht.

Die Geschichte spielt in Norwegen im Winter 1912. Als Eva geboren wird, stirbt ihre Mutter bei der Geburt. Der Vater ist entsetzt, der Körper des Babys ist über und über behaart. Sie nennen Eva im Dorf „Katzenbaby“. Der Vater, der wortkarge Stationsmeister Gustav Arctander (dargestellt von Rolf Lassgard, „Wallander“, „Ein Mann namens Ove“)  möchte von dem seltsamen Kind anfangs nichts wissen.

Das Mädchen lebt abgeschottet in einem Haus, versteckt vor den neugierigen Blicken der Dorfbewohner. Sie ist klug, schafft sich ihre eigene Welt und aus dem Katzenbaby wird eine hübsche junge Frau (dargestellt von Ida Ursin-Holm), die überall, wo sie hinkommt, angestarrt wird. Einen Menschen mit Behaarung wie ein Löwe haben die Menschen in Norwegen im Jahr 1912 noch nie gesehen. Eva leidet unter ihrer Einsamkeit und entdeckt ihre Liebe zur Mathematik. Ken Duken („Frau Müller muss weg!“, „Zweiohrküken“) spielt Andrej Bor, den „Echsenmann“, der wie das Löwenmädchen an einem genetischen Defekt leidet. Durch ihn lernt Eva Johannes Joachim, den Direktor eines Kuriositätenkabinetts, kennen (dargestellt von Burghart Klaußner, „Das weiße Band“, „Elser“). Er tingelt mit außergewöhnlichen Menschen durchs Land. Doch Eva möchte nicht länger nur angestarrt werden, mit Hartnäckigkeit erreicht sie, dass sie eines Tages im Lehrsaal der berühmten Pariser Sorbonne steht.

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