aposcope-Jahresrückblick

Corona 2021: Ein „exzellentes“ Jahr für Apotheken?

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Berlin -

FFP2-Masken beschaffen, Corona-Schnelltests durchführen, Impfstoff beschaffen – 2021 stand für die Apotheken voll im Zeichen der Pandemie. Wie haben sie sich in der Krise geschlagen und gehen sie gestärkt daraus hervor? Beim aposcope-Jahresrückblick 2021 zeigt sich deutlich, dass die Inhaber:innen die Situation positiver einschätzen als ihre Angestellten.

So sagen 59 Prozent der Inhaber:innen rückblickend, dass 2021 ein gutes oder sogar „exzellentes“ Jahr war, bei den PTA waren es deutlich weniger als die Hälfte (40 Prozent). Von ihnen sagen 20 Prozent sogar, das zur Neige gehende Jahr sei ein „katastrophales“ gewesen – die Mehrbelastungen in der Offizin aufgrund der Corona-Krise dürften sich in diesen abweichenden Zahlen widerspiegeln. Und die Einschätzung gilt in beiden Berufsgruppen gleichermaßen für die gesamte Branche.

Arbeitsbelastung gestiegen

In einer Frage sind sich fast alle im Apothekenteam einig, nämlich dass die Pandemie die Apotheken extrem fordert. 94 Prozent sehen eine gestiegene Arbeitsbelastung, ebenso viele berichten von mehr Stress im Berufsalltag. Das liegt auch an dem größeren Aufgabenspektrum (91 Prozent) und einer Zunahme an Bürokratie (90 Prozent). Immerhin 40 Prozent sehen, dass die Anerkennung für die Apotheke vor Ort gestiegen ist – hier wiederum 57 Prozent der Inhaber:innen, aber nur jede/r dritte PTA.

Wirtschaftlich verzeichnen zwar fast zwei Drittel (65 Prozent) der Inhaber:innen gestiegene Umsätze, allerdings sind bei fast ebenso vielen (61 Prozent) auch die Betriebskosten nach oben gegangen. Immerhin: 8 Prozent der Apotheken konnten nach eigenen Angaben neue Stammkunden dazugewinnen, allerdings erleben auch 12 Prozent einen gesunkenen Bestand an Stammkunden.

Konkret nach positiven Auswirkungen, Chancen und Perspektiven befragt, die die Corona-Krise für Apotheken bringt, nennen die Teams im Freitextfeld vor allem den Imagegewinn (33 Prozent). Auch der erweiterte Aufgabenbereich wird öfter als positiver Effekt wahrgenommen, das gefällt vor allem den Filialleiter:innen. Wirtschaftlich profitiert haben nach eigenen Angaben mehr die Inhaber:innen als ihre Angestellten.

Gestärkt aus der Krise?

Und gehen die Apotheken nun gestärkt aus der Corona-Krise hervor oder nicht? 41 Prozent glauben daran, doch die Hälfte der Befragten (51 Prozent) ist pessimistisch. Auch hier auffällig: Die Inhaber:innen bewerten den Ausblick positiver (61 Prozent Zustimmung) als die PTA (36 Prozent). Filialleiter:innen und angestellte Approbierte liegen dazwischen.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 14. Dezember 2021 insgesamt 314 verifizierte Apothekenleiter:innen, angestellte Approbierte und PTA teil. Im zweiten Teil der Auswertung wird es um den Ausblick aufs neue Jahr gehen: Was erwarten die Apothekenteams von 2022? Was werden die größten Herausforderungen und wird das Apothekensterben sich ein weiteres Jahr fortsetzen?

PTA-Gehaltsreport 2021

Speziell mit den finanziellen Bedingungen der PTA hat sich der PTA-Gehaltsreport 2021 von PTA IN LOVE in Zusammenarbeit mit der Adexa befasst. Eine ausführliche Analysen und Kommentare zur Umfrage finden Sie außerdem bei PTA IN LOVE.

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