Doppelkarriere

„Apothekerberuf hat viel mit Fechtsport gemein“ Torsten Bless, 19.05.2018 09:29 Uhr

Berlin - Ehrgeiz und Zielstrebigkeit in gleich zwei Karrieren stellt der Österreicher Sebastian Lechner tagtäglich unter Beweis. Neben seiner Tätigkeit als Apotheker in Hallein misst er sich im Degensport und gibt als Trainer die Begeisterung an den Nachwuchs weiter.

Als Kind schon ließ sich Lechner von den Mantel- und Degenfilmen im Fernsehen inspirieren. „Ich wollte unbedingt wie Zorro kämpfen“, erinnert er sich. „Das schien mir das Tollste zu sein, was man sich vorstellen kann.“ Mit sieben Jahren stieg er in den Fechtsport ein und mit acht oder neun Jahren schon wieder aus. „Die Chemie mit meiner damaligen Trainerin stimmte einfach nicht.“ Erst zum Pharmaziestudium entsann er sich seiner alten Liebe. Damals starb seine Mutter, die ihm die erste Ausrüstung gekauft hatte. „Im Uni-Sportclub belegte ich einen Anfängerkurs und war sofort wieder begeistert. Hier trainierten noch vier weitere Pharmazeuten.“

Sein Approbationsjahr legte er 2007 in Niederösterreich ab. Eigentlich wollte er eine Doktorarbeit hinterher schieben. „Ich hatte vor, danach in die Forschung zu gehen. Doch bei einem Experiment im Labor kam es in Folge einer Oxidationsreaktion zu einer Verpuffungsexplosion. Ich hatte unsagbares Glück und trug nur oberflächliche Wunden davon.“

Gerade war auch seine Tochter auf die Welt gekommen, er beschloss, den Unfall als Zeichen zu nehmen und in die Offizin zurückzukehren. „Mir hat auch der direkte Kontakt mit Menschen gefehlt.“ Seit 2011 arbeitet er in der Burgfried-Apotheke in Hallein. „Wir haben hier sehr viel Stamm- und wenig Laufkundschaft. Ich mag all unsere Kunden sehr gerne, hier auf dem Dorf wird man noch als Apotheker geschätzt.“

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