„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“

Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben

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Berlin -

Die Personalsuche in Apotheken wird aggressiver. Da das Angebot an pharmazeutischen Fachkräften auf Stellensuche sehr begrenzt ist, werden auch angestellte Mitarbeiter:innen direkt angesprochen, ob sie nicht wechseln wollen. Apotheker Wolfram Schmidt aus Niedersachsen traf es zuletzt besonders hart.

Immer häufiger berichten Angestellte davon, dass sie im laufenden Betrieb von Mitbewerbern angerufen werden, die ihnen einen Job anbieten. Die Anrufe sind zwar juristisch kein Problem, solange sie den Betriebsablauf nicht stören. Doch sie bringen die Mitarbeiter:innen in eine unangenehme Situation.

Wegen des akuten Fachkräftemangels gehen einzelne Inhaber sogar so weit, dass sie auf der Internetseite der Apotheke zwar Fotos, aber nicht die Namen ihrer Angestellten präsentieren. „Das habe ich ganz bewusst nicht gemacht, da Mitarbeiter gerne abgeworben werden“, sagt ein Apotheker. Er wolle es Mitbewerbern nicht zu leicht machen, seine Angestellten direkt auf einen Wechsel anzusprechen.

Ehemalige Approbierte holte Ex-Kolleg:innen

Schmidt ist seit 25 Jahren der Inhaber der Mühlen-Apotheke in Northeim und baute den Betrieb von neun Angestellten auf rund 50 auf. Eine Approbierte wechselte kürzlich in eine leitende Position zu einem Mitbewerber und nahm drei ehemalige Kolleginnen mit. „Sie sprach aktiv Leute von mir an, das weiß ich von Mitarbeiterinnnen, die gegangen sind“, so der Inhaber. Wie der Kontakt zustande gekommen sei, könne er nicht genau sagen. „Wahrscheinlich haben sie WhatsApp-Gruppen. Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen.“

Zwei PTA und eine leitende PKA seien auf eigenen Wunsch Ende vergangenen Jahres gegangen. „Was mich persönlich enttäuscht, ist, dass sie vorher nicht einmal persönlich mit mir darüber gesprochen haben. Die PTA habe ich hier sogar groß gemacht. Sie waren seit dem Praktikum bei mir.“ Schmidt ärgert sich über die Art und Weise. „Ich verstehe den Kollegen nicht. Ich würde niemals aktiv auf jemanden in einer anderen Apotheke zu gehen und fragen, ob er nicht bei mir arbeiten will. Das würde meine Berufsehre in Frage stellen.“ Besonders „problematisch“ sei dies, wenn die Initiative von der Geschäftsführung ausgehe.

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