Filialleiterin abgesprungen, Headhunterin verschwunden

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Berlin -

Apotheker Peter Niemeyer aus Haina ist verzweifelt. Er hat Anzeigen geschaltet, eine Headhunterin beauftragt, via Facebook gesucht. Die Headhunterin verschwand samt Vorschuss, niemand will seine Apotheke in Frankenau leiten. Wenn er keinen neuen Mitarbeiter findet, muss er die Filiale schließen. Mit dem Problem des Fachkräftemangels ist er nicht allein – in vielen Regionen suchen Apotheker händeringend nach Personal.

Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sprechen eine deutliche Sprache: „Im Bereich der Pharmazie zeigt sich ein Mangel an Apothekern“, sagt eine Sprecherin der Abteilung Statistik und Arbeitsmarktberichterstattung, „gemeldete Stellen sind derzeit 134 Tage vakant.“

Damit liegt dieser Wert für Apotheker 41 Prozent höher als der Durchschnitt aller Berufe. Auf 100 freie Stellen kommen bundesweit 178 Arbeitslose. „Auch die berufsspezifische Arbeitslosenquote von 1,5 Prozent deutet auf einen Mangel hin“, sagt die Expertin der Arbeitsagentur. Etwas erfreulicher ist die Lage bei PTA, die Vakanzzeit lag 2016 bei 95 Tagen, das entspricht dem Durchschnitt aller gemeldeten Stellen.

Den Mangel bei Apothekern kann Peter Niemeyer bestätigen: „Die Kündigung meiner Filialleiterin im November kam für mich aus heiterem Himmel. Sie hat uns zum 31. Januar verlassen.“ Sofort nach der Kündigung begann er die Suche nach einer Nachfolgerin. Erste Hilfe kam aus der Familie, die Schwiegermutter, längst im Ruhestand, steht jetzt wieder in der Offizin. Die Löwen-Apotheke in Frankenau ist ein Familienbetrieb, aber eine Dauerlösung ist das nicht. „Wir haben die Filiale in Frankenau 2008 eröffnet, meine Schwiegermutter hat die Apotheken lange Zeit geführt, meine Ehefrau Barbara arbeitet als PTA.“

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