Übernahme in Pandemiezeiten

Apothekerin: Personalzuwachs dank Familienfreundlichkeit

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Berlin -

Mitten in der Pandemie hat sich Sandra Haas für die Selbstständigkeit entschieden. Die Apothekerin organisierte in wenigen Monaten die Übernahme der Stifts-Apotheke in Minden. Dieser Schritt liegt nun anderthalb Jahre zurück. Die dreifache Mutter bereut nichts und freut sich, gemeinsam mit ihrem Team weiter an der Zukunft ihrer Land-Apotheke zu arbeiten.

15 Jahre war Haas selbst angestellte Approbierte. „Das ist mein Vorteil“, sagt die 42-Jährige. „Ich weiß ganz genau, wie ich als Chefin sein will.“ Als sie im Oktober 2020 die Stifts-Apotheke übernahm, blieb das vorhandene Team bei ihr. Der Vorgänger gab den Betrieb aus Altersgründen ab. Es habe sich um eine kleine Apotheke gehandelt. „Auch die Mitarbeiter wollten, dass sich etwas tut.“

Keine Angst vor Fehlern

Haas fand ihren Platz in dem Team – als Chefin auf Augenhöhe. „Ich versuche bewusst, eben nicht nur die Chefin zu sein, sondern ein Teil des Teams. Ich will, dass keiner Angst hat, mich anzusprechen.“ Beispiel Abgabefehler: Es sei völlig möglich, dass einmal eine statt zwei Packungen – wie auf dem Rezept verordnet – abgegeben werden können. „Wichtig ist, dass meine Mitarbeiter mich ansprechen und wir aus Fehlern lernen.“ Deshalb sei es ihr wichtig, ihre eigenen Fehler offen und ehrlich mit den Angestellten zu besprechen.

In der Apotheke habe sich seit der Übernahme viel getan. „Ich habe erst einmal ausgeräumt, Platz geschaffen und die Apotheke mit einer neuen Beleuchtung sichtbar gemacht.“ Die Inhaberin freut sich über die Veränderungen. Ein Highlight sei die bunte Bank vor der Offizin. Bei einer Aktion mit der Schule wurde die Sitzmöglichkeit sogar für Einschulungsfotos der Erstklässler benutzt.

Die Übernahme in der Pandemie sei herausfordernd gewesen. „Wir haben alle zusätzlichen Leistungen aktiv mitgemacht“, sagt Haas. Masken, Antigen-Schnelltests oder die Ausstellung der digitalen Zertifikate. „Es gab in der Zeit der Übernahme sehr viel Veränderung und viele Zusatzaufgaben, das war hart für alle.“

Die Inhaberin versuchte, ihre Angestellten immer wieder aufs Neue zu motivieren. „Die Zeit war anstrengend, ich habe ihnen gesagt, dass ich auch nicht will, dass das so bleibt.“ Deshalb sei es so wichtig gewesen, das Team zu vergrößern, um die Last auf mehreren Schultern verteilen zu können. Sie konnte eine Approbierte, PTA und Fahrer sowie Studenten als Aushilfen den Backoffice-Bereich einstellen. Dazu kam ein großes Testteam.

Arbeitszeiten als Bonus

Der Erfolg bei der Personalsuche hängt Haas zufolge vor allem an ihrem Ziel: Die Arbeit in der Apotheke müsse familienfreundlich sein. Längst kritisieren Angestellte, dass es sich dabei in vielen Betrieben nur noch um ein leeres Versprechen handele. „Das ist auch so“, sagt Haas. In einer Center-Apotheke oder in der Großstadt stehe die Familie allein wegen der langen und durchgehenden Öffnungszeiten hinten an. In ihrer Apotheke legt sie deshalb Wert darauf, dass mittags zwei Stunden geschlossen ist – außer freitags. Länger als 18 Uhr hat der Betrieb nie geöffnet, samstags geht das Team um 13 Uhr nach Hause. „Deshalb habe ich Personal gefunden.“

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