Die Geschichte des Dr. Schäfer

Alternative Krebstherapie: Apothekerin lieferte Zyto APOTHEKE ADHOC, 01.08.2019 15:24 Uhr

„Es mag verrückt erscheinen, ist aber genau so“, fassen die beiden Autoren Oliver Hollenstein und Sebastian Kempkens das Geschehen zusammen: „Ein Mann schreibt an einer Universität ohne medizinische Fakultät eine Doktorarbeit über ein medizinisches Thema, betreut von einem Biochemiker, der keine Ahnung hat, und einem Arzt, der bald die Approbation verlieren wird, unterstützt von einem Installateur aus dem Rheinischen.“

2010 schließt Schäfer seine Doktorarbeit ab und leitet daraus gemeinsam mit Barnes einen Behandlungsgrundsatz ab, bei dem Krebspatienten eine individuell angemischte Kombination aus Naturheilmitteln, konventionellen Krebsmedikamenten und Arzneimitteln im Off-Label-Use behandelt werden sollen. Seine Dissertation versucht er in einer Fachzeitschrift zu publizieren, wird aber abgelehnt. Von einem pharmazeutischen Unternehmen versucht er Geld für eine klinische Studie zu bekommen, doch das weist ihn ab. Auch seine Bewerbung auf eine Forschungsstelle an der Curtis University scheitert. Als er mit seiner australischen Lebensgefährtin zurück nach Deutschland zieht – er hat einen Job als Anästhesist in Dannenberg an der Elbe angenommen – gewinnt seine Arbeit plötzlich an Fahrt. Krebspatienten melden sich bei ihm, die über gemeinsame Freunde von seiner Forschungsarbeit erfahren haben. „Jetzt beginnt er, Menschen zu behandeln, und sein Ehrgeiz steigert sich nach und nach zum Wahn“, schreiben Hollenstein und Kempkens. „Schäfer betritt die Zwischenwelt der alternativen Krebsmedizin, in der nicht immer leicht zu unterscheiden ist zwischen selbst ernannten Wunderheilern, die mit naiven Patienten reich werden wollen, und Ärzten mit edlen Motiven, die glauben, ein Allheilmittel gegen die tödliche Krankheit gefunden zu haben.“

Schäfer zählt der Darstellung nach eher zur zweiten Kategorie. Anders als viele Scharlatane in der Alternativmedizin stellt er seine Behandlung auch nicht als Gegenkonzept zur Schulmedizin dar, sondern führt sie oft parallel zu den klassischen Krebstherapien seiner Patienten durch und arbeitet selbst mit echten, zugelassenen Arzneimitteln. Die bezieht er über eine Apothekerin: Er hatte ihren krebskranken Vater behandelt und sich in der Zeit mit ihr angefreundet. Sie ließ sich von seinen Theorien überzeugen und stieg ein, besorgte ihm die Medikamente, die Schäfer verschrieb und die Patienten aus eigener Tasche bezahlten.

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