18.000 illegale Internetapotheken abgeschaltet

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Berlin - Internationale Behörden haben gefälschte Arzneimittel im Wert von mehr als 8 Millionen Euro beschlagnahmt. Über eine Woche lang haben Ermittler aus 100 Ländern zusammengearbeitet, um den illegalen Handel mit Arzneimitteln zu bekämpfen. Dabei wurden nach Angaben von Interpol 79 Personen festgenommen und etwa 18.000 Internetseiten abgeschaltet.

Die Aktion „Pangea“, die bereits zum fünften Mal stattfand, wurde von Interpol koordiniert. Jedes Jahr nehmen mehr Staaten teil, Deutschland ist von Anfang an dabei. In den sieben Tagen der Pangea-Aktion wurden 133.000 Arzneimittelpackungen untersucht. Dabei entdeckten die Fahnder mehr als 3,7 Millionen illegale Tabletten.

Bei der Aktion arbeiteten nicht nur Polizei und Zoll verschiedener Staaten mit. Auch Microsoft, MasterCard, die US-Arzneimittelbehörde FDA und das FBI waren beteiligt. Die Ermittler sind dabei auf Arzneimittel gestoßen, die ohne Rezept abgegeben wurden oder die unsachgemäß gelagert wurden.

Das Zollkriminalamt zog in der Aktionswoche 530 Brief- und Paketsendungen mit 68.000 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr. Darunter waren 2100 Ampullen mit Wachstumshormonen, die häufig zu Dopingzwecken eingesetzt werden. Auch Potenzmittel, Verhütungs- und Schlankheitsmittel, Schmerzmittel und Antidepressiva stellten die deutschen Ermittler sicher.

In diesem Jahr hat die deutsche Polizei bereits in 284 Fällen Ermittlungen gegen international organisierte Arzneimittelanbieter geführt, die nicht zugelassene und gesundheitlich bedenkliche Arzneimittel vertreiben. Besonders leistungssteigernde, muskelaufbauende und Lifestyle-Arzneimittel sind im Angebot der illegalen Händler.

Der Zollfahndungsdienst verzeichnet sei Jahren einen stetigen Anstieg der Ermittlungsverfahren beim Arzneimittelhandel im Internet. 2011 ermittelten die Zollfahnder in insgesamt 1300 Fällen – 42 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

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