Darknet-Razzia: Drogen und Arzneien beschlagnahmt

, Uhr

Berlin - Lange haben die Ermittler das Darknet in Ruhe gelassen – in der vergangenen Woche haben sie europaweit zugeschlagen: Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben mehrere illegale Handelsplattformen und deren Internet-Seiten lahmgelegt. 69 Wohnungen wurden durchsucht. Es gab neun Festnahmen. Es ging um Waffen, gefälschte Pässe, Drogen und Arzneimittel.

Die Razzia richtete sich gegen die mutmaßlichen Betreiber und Nutzer verschiedener deutschsprachiger Darknet-Foren, über die illegale Güter wie Waffen, Betäubungsmittel wie Heroin, Kokain, Cannabis, Amphetamine, Ecstasy, Falschgeld, gefälschte amtliche Ausweise, ausgespähte Kreditkarten- und Online-Banking-Daten sowie „gehackte“ Zugänge zu verschiedenen Internetdiensten gehandelt wurden. Darüber hinaus umfasste die Angebotspalette auch kriminelle Dienstleistungen, beispielsweise die Infektion von Computern mit Viren oder DDoS-Attacken, Anleitungen zur Begehung von Straftaten („Tutorials“) und illegale Streaming-Dienste.

In Niedersachsen wurde nach BKA-Angaben am 23. Februar ein 22-jähriger deutscher Staatsangehöriger festgenommen, der dringend verdächtig ist, in der Zeit von März 2014 bis Dezember 2015 im Darknet mit Betäubungsmitteln unerlaubt Handel getrieben zu haben. Der Beschuldigte soll Kokain, Cannabis, Amphetamine und Ecstasy-Tabletten an verschiedene Abnehmer verkauft haben. An diesen Betäubungsmittelgeschäfte soll seit Oktober 2015 auch ein 19-jähriger syrischer Staatsangehöriger aus Niedersachsen beteiligt gewesen sein, der dringend verdächtig ist, Amphetamin selbst hergestellt zu haben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des syrischen Tatverdächtigen sowie seines 28-jährigen Bruders konnten 36 kg Amphetamin, 1,5 kg Kokain, 2 kg Haschisch und 2,3 kg Ecstasy sichergestellt werden. Die Betäubungsmittel besitzen einen Straßenverkaufswert von circa einer Viertelmillion Euro. Die beiden syrischen Tatverdächtigen wurden festgenommen und befinden sich, ebenso wie ihr mutmaßlicher deutscher Komplize, in Untersuchungshaft.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort
Fälschungsverdacht bei Impfausweisen
Apothekenmitarbeiterin in U-Haft »
„Habe alles erreicht, was ich wollte“
Inhaber verkauft seine Apotheken und wird Mentor »
Weiteres