Aposan: Private Equity statt Apotheker

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Berlin - Für Apotheke zu groß, für Pharma zu klein: Im Bereich der parenteralen Rezepturen hat das Risikokapital bereits vor Jahren Einzug gehalten. Der Markt wächst, hohe Investitionen versprechen hohe Renditen. Über gute Kontakte zu den Onkologen und die Teilnahme an Ausschreibungen lässt sich das Geschäft sogar skalieren. Erst wurden die Sterillabore aus Apotheken ausgegründet und dann an institutionelle Investoren verkauft. IK Investment Partners hat sich aktuell gleich zwei Herstellbetriebe einverleibt.

Gerade hat IK die Übernahme von Zytoservice bekannt gemacht, Deutschlands führendem Hersteller für patientenindividuelle Sterilrezepturen. Damit sichert sich der Investor eines der modernsten GMP-Sterillabore in Europa: Auf knapp 3000 Quadratmetern arbeiten in Hamburg rund 200 Angestellte an 26 Werkbänken in sieben Laboren. Mit einem Umsatz von 160 Millionen Euro im Jahr 2014 und 370.000 angefertigten Infusionslösungen ist Zytoservice der führende Herstellbetrieb für Sterilrezepturen in Deutschland – und mit einer EBIT-Marge von knapp 5 Prozent profitabel.

Bereits Anfang Oktober hat der Finanzinvestor über einen zweiten Fonds die Kölner Firma Aposan gekauft. Firmengründer Dr. Clemens Künzer soll als Minderheitsgesellschafter an Bord blieben, außerdem sollen Rainer Schmitz (CEO), Michael Schmitz (CSO) und Claudia Vitiello (COO) als Anteilseigner gebunden werden.

Das Unternehmen war 1991 aus der Eigelstein-Apotheke hervorgegangen und hat sich auf den Geschäftsbereich Homecare spezialisiert: Aposan liefert sterile Arzneimittel zur Infusion sowie parenterale Ernährungslösungen zu den Patienten nach Hause; Krankenschwestern helfen vor Ort bei der Anwendung. Dritter Geschäftsbereich ist die Auseinzelung von Augenpräparaten wie Lucentis und Eylea. Insgesamt werden 10.000 Patienten pro Jahr versorgt.
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