Start-up Audition: Die digitale Zukunft in drei Minuten | APOTHEKE ADHOC
VISION.A 2020

Start-up Audition: Die digitale Zukunft in drei Minuten

, Uhr
Berlin -

Digitale Anwendungen revolutionieren die Gesundheitsversorgung, so viel steht fest: Von der Diagnose über die Therapie bis zur Pflege und der Entwicklung von Arzneimitteln sind es oft junge Unternehmen mit innovativen Ideen, die den Fortschritt formen. Bei VISION.A, der Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC und Noventi, wird dieses Jahr wieder das beste von ihnen gekürt: Bei der Start-up Audition treten sieben junge Unternehmen gegeneinander an.

„Ein guter Pitch entscheidet über den Erfolg“, ist das Credo der Start-up Audition und von Christoph Sollich besser bekannt als The Pitch Doctor. Er weiß, worauf es dabei ankommt, denn seit 2012 hat er fast 2.000 Start-ups und Corporate Entrepreneuren dabei geholfen, ihre Pitches zu verbessern. In der Woche vom 22. Juni bis zum 3. Juli wechselt er nun die Seiten: Statt zu schulen, moderiert er, wenn sieben Start-ups innerhalb von jeweils drei Minuten ihre Entwicklungen vorstellen und damit beim Fachpublikum punkten wollen.

Die Zuschauer entscheiden nämlich, wer gewinnt. In Zusammenarbeit mit APOSCOPE können sie die Pitches bewerten, die Sieger werden dann am 3. Juli gekürt. Und nicht nur das: Die Start-ups stellen sich innerhalb des 100 Prozent digitalen Events auch direkt den Fragen des Publikums. Und die dürften so zahlreich werden wie die Bereiche, in denen die digitalen Innovationen zum Einsatz kommen. Die reichen nämlich vom „Physiotherapeuten für die Hosentasche“ bis zu einem „Datenozean“ für die Arzneimittelforschung.

Auf diesem Ozean schwimmt Ontosight, die Produktplattform von Innoplexus. „Wir sind ein deutsch-indisches Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Kosten und den Zeitaufwand der Medikamentenentwicklung drastisch zu reduzieren“, sagt Marketingmanager Jakob Semmler. Dazu identifiziert, extrahiert und analysiert Innoplexus strukturierte und unstrukturierte biowissenschaftliche Daten für Unternehmen in der Arzneimittelentwicklung. „Mit verschiedenen Technologien aus der Künstlichen Intelligenz schaffen wir es, 95 Prozent des weltweiten Netzes zu scannen und für uns relevanten Daten in einem Datenozean zu bündeln.“ Darauf basiert die Plattform Ontosight, die es mit verschiedenen Modulen und Dashboards ermöglicht, beispielsweise die besten klinischen Experten zu identifizieren, biologische Entitäten zu kartieren oder das Ergebnis klinischer Studien zu prognostizieren.

Daten zu heben ist auch die Stärke von Nocturne. Allerdings schaut das Berliner Start-up dazu nicht in einen Ozean, sondern in den Spiegel der Seele: Die Augen reflektieren nämlich nicht nur unser Gemüt, sondern auch unser zentrales Nervensystem. Unsere Netzhaut kann nämlich Auskunft über neuronale oder Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Alzheimer geben. „Wir haben ein Verfahren entwickelt, um die Genauigkeit der ersten Diagnose und Prognose von neurologischen Erkrankungen zu verbessern“, erklärt Gründerin und Geschäftsführerin Ella Maria Kadas. „Dazu wird im ersten Schritt die Netzhaut des Auges, die zum Gehirn gehört, gescannt. Das dafür nötige Gerät ist in den meisten Augenarztpraxen zu finden, was die künftigen Kosten der Untersuchung geringhalten dürfte.“ Die Analysen sollen dann Neurologen bei der Diagnose, der Auswahl passender Therapien und der Beurteilung des Krankheitsverlaufs unterstützen.

Die eigenen Gesundheitsdaten sind aber dank digitaler Anwendungen längst nicht mehr nur für Heilberufler gedacht – jeder Mensch kann sie heutzutage am eigenen Leib verfolgen und selbst entscheiden, wer sie zu sehen bekommt. Das für die Anwender noch einfacher zu machen, gleichzeitig aber den wissenschaftlichen und medizinischen Wert dieser Daten zu erhöhen, hat sich Visseiro zum Ziel gesetzt. „Das Visseiro Care Pad misst kontakt- und strahlenlos kontinuierlich ihre Vitalparameter wie die Herzaktivität. „Sie müssen nichts anderes dafür machen, als sich hinzusetzen“, erklärt Gründer Pirmin Kelbel. „Die Ermittlung von Langzeitdaten ihrer Gesundheit ermöglicht präzisere medizinische Diagnosen zu stellen. Langfristig werden wir in der Lage sein anhand dieser Werte Krankheiten zu identifizieren bevor sie Symptome merken.“

Doch selbst wenn Symptome bereits spürbar sind, kann der Weg zur richtigen Diagnose noch weit sein. Zencorlabs verkürzt ihn: Haben Patienten Atembeschwerden, können sie mit dem Atemtest „The Whistle“ innerhalb von 70 Sekunden ausschließen, dass sie an einer Herzinsuffizienz leiden. Mithilfe eines kostengünstigen Hardware-Geräts, einer mobilen App und eines Atemmanövers haben die Kardiologen und IT-Wissenschaftler von Zencorlabs eine digitale Therapie entwickelt, die auf den verfügbaren Medikamenten gegen Herzinsuffizienz aufbaut, die schädlichen Nebenwirkungen mildert und gleichzeitig die Wirksamkeit des Medikaments maximiert, wodurch die Wiederaufnahmequote der Herzinsuffizienz deutlich reduziert wird.

Aber nicht nur die Erhebung und Auswertung von Gesundheitsdaten wird dank digitaler Gadgets immer leichter, auch die eigene Genesung lässt sich immer unabhängiger und einfacher gestalten – dank Unternehmen wie eCovery, dem „Physiotherapeut für die Hosentasche“. Die Therapie-App leitet Patienten nach Gelenkverletzungen und -erkrankungen zuhause bei der Durchführung von Übungen an und gibt mithilfe von Sensoren, die der Patient während des Trainings am Körper trägt Feedback zur richtigen Übungsdurchführung. „Damit ermöglichen wir gut angeleitete und für den Patienten sichere Übungen zuhause und helfen jedem dabei, aktiv selbst zu seiner Genesung beizutragen“, erklärt eCovery-Gründer Benedict Rehbein.

Wer es nicht mit den Gelenken, sondern den Ohren hat, dem kann MySecondEar das Leben erleichtern. Der digitale Hörakustiker kümmert sich um seine vom Hörgeräte-Erstgespräch hin bis zur letzten Feineinstellung der Hörgeräte um seine Kunden. „Traditionell passiert der Online Journey bei einem Akustiker stationär und relativ analog. Für jedes Gespräch und für jede Feineinstellung der Hörgeräte, muss der Kunde zum stationären Akustiker fahren“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Niklas Spichalsky. „Dadurch, dass wir digitale Technologien nutzen, hat unser Kunde uns als Hörakustiker immer dabei in der Tasche. Wir können zu jeder Zeit an jedem Ort für unseren Kunden da sein.“ Das soll es für ihn nicht nur bequemer machen, sondern vor allem bessere Ergebnisse erzielen: „Beim Akustiker werden Feineinstellungen der Hörgeräte in einem Schalldichten Raum durchgeführt, fernab von realistischen Situationen“, so Spichalsky. „Mit MySecondEar hat der Kunde den Akustiker jederzeit in der Tasche dabei. Wir passen die Hörgeräte von unseren Kunden in den Situationen an, wo es wichtig für unsere Kunden ist. Zu jeder Zeit an jedem Ort!“

Zeit und Ort sind auch in der Pflegeausbildung oft entscheidend – fallen jedoch häufig einer mangelhaften Kommunikation zum Opfer. Hier kommt Health&Bits ins Spiel: Das Start-up hat mit careUnity den ersten Dienst geschaffen, der Auszubildende dabei unterstützt, sich mit Mitschülern, Praxisanleitern und Lehrern auszutauschen und über alle notwendigen Termine, Prüfungen und Einsatzorte den Überblick zu behalten. Darüber hinaus werden individuell angepasste Lerninhalte angeboten. Zu jeder Prüfung und jedem Einsatzgebiet finden Schülerinnen und Schüler Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung sowie praktische Lernangebote. „Mit careUnity schaffen wir einen Ort, an dem punktuelles Lernen im Mittelpunkt steht. Ein System, dass sich auf das Lernverhalten der Azubis einstellt und sie auf Prüfungen und Praxiseinsätze vorbereitet, motiviert und stärkt“, erklärt Gründerin Silke Kopp. „Ein Platz, an dem Wissen aneignen cool ist und es selbstbewusst in der Praxis umgesetzt werden kann.“

 

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