Philipp Lahms Firma

Sixtus: Der Zusammenbruch APOTHEKE ADHOC, 24.05.2019 14:04 Uhr

Berlin - Das Geschäftsmodell des Traditionsunternehmens Sixtus steht vor dem Aus. Die Produktion wurde ausgelagert, fast alle Mitarbeiter wurden entlassen oder haben gekündigt. Laut einem Bericht des „Münchener Merkur“ streitet die Firma des Ex-Fußballers Philipp Lahm mit ehemaligen Mitarbeitern noch vor dem Arbeitsgericht um betriebsbedingte Kündigungen.

Lahm, Ex-Kapitän des FC Bayern München und der Fußball-Nationalmannschaft, hatte nach seinem Karriereende den Sportsalben- und Pflegeproduktehersteller Sixtus komplett übernommen. Eingestiegen war er bereits 2015, hatte seinerzeit die Hälfte des Unternehmens übernommen. Doch jetzt steht das 1931 gegründete Familienunternehmen am Abgrund.

Der Merkur zitiert Sixtus-Anwältin Birgit Baudisch, der zufolge noch 31 Mitarbeiter und einen Azubi beschäftigt sind. Nach dem geplanten Umzug von Hausham nach Bad Aibling Ende 2019 sollen davon nur noch eine Teilzeitkraft mit 20 Wochenstunden und ein Azubi bleiben. 20 Beschäftigten hat Sixtus demnach gekündigt, die anderen zehn Mitarbeiter gehen in Rente, haben selbst gekündigt oder hatten ohnehin nur befristete Verträge. Über die Kündigungen wird laut Bericht vor dem Arbeitsgericht in Holzkirchen gestritten.

Das Sortiment soll massiv eingedampft werden: Von ehemals mehr als 200 Präparaten auf nur noch acht, die auch nicht mehr selbst hergestellt werden sollen. Sixtus will hier offenbar auf Lohnhersteller setzen und auch den eigenen Außendienst komplett einstellen und auf Dienstleister zugreifen.

Sixtus-Geschäftsführerin Petra Reindl zufolge richtet sich „Sixtus derzeit unternehmensstrategisch neu aus“. Dadurch sollten Unternehmen und Marke zukünftig wettbewerbsfähig am Markt positioniert werden. Die Apotheken werden künftig nicht mehr von eigenen Außendienstmitarbeitern, sondern über den neuen Vertriebspartner Wellneus betreut. Philipp Lahm zufolge ist das Unternehmen nicht am Ende: Mit der Marke Sixtus werde es weitergehen. „Die Zahlen sind seit vielen Jahren nicht gut, und damit das Unternehmen zukünftig wirtschaftlich arbeiten kann, müssen wir das Geschäftsmodell verändern.“ Er habe „großes Verständnis für den Unmut der Mitarbeiter, aber ich stelle mich der Verantwortung.“

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