Lamotrigin statt Blutdrucksenker

Shop-Apotheke verschickt falsche Arzneimittel

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Berlin -

Zu spät, schlecht verpackt oder ungekühlt, obwohl es eigentlich vorgeschrieben ist: Verbraucher klagen im Netz regelmäßig über die Leistungen von Versandapotheken. Besonders hart hat es kürzlich einen Rentner aus dem niedersächsischen Bad Zwischenahn bei Oldenburg erwischt: Er hatte bei Shop-Apotheke Blutdrucksenker und -verdünner bestellt – und Antieptileptika erhalten. Und damit fingen seine Probleme mit dem Versender erst an.

Reinhard Meier* hat Glück gehabt. Denn er ist pensionierter Arzt und kennt sich deshalb mit Arzneimitteln aus. „Einem anderen Kunden wäre das vielleicht gar nicht aufgefallen und er hätte die Medikamente genommen“, sagt er im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC. Und das hätte schlimme Folgen haben können: Er hatte Blutdrucksenker und Blutverdünner bestellt, aber das Antiepileptikum Lamotrigin erhalten. Ganz davon abgesehen, was passieren kann, wenn man unwissentlich Blutdrucksenker und Blutverdünner absetzt, kann auch die unbewusste Einnahme von Lamotrigin schlimme Folgen haben. „Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass zum Beispiel die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird“, heißt es in der zugehörigen Fachinformation.

Umgekehrt wartete 700 Kilometer entfernt jemand vergebens auf sein Antiepileptikum: Der Sendung lag nämlich der Lieferschein eines Kunden in Ingolstadt bei, der das Lamotrigin eigentlich hätte erhalten sollen – womit auch der Datenschutz berührt ist. Doch auch für den falsch belieferten Rentner endete das Ärgernis mit Shop-Apotheke an der Stelle noch längst nicht. Verständlicherweise wollte er wenigstens im zweiten Anlauf die richtigen Arzneimittel – doch das gestaltete sich schwierig.

„Bei der Nachlieferung der eigentlich bestellten Medikamente wurde mir mitgeteilt, dass das Originalpräparat nicht lieferbar ist. Ich würde stattdessen ein Generikum als Ersatz bekommen“, so der 79-Jährige. Am Ende erhielt er doch, was er wollte – aber eben nicht nur das. Meier wurden zwei Pakete zugestellt, eines mit dem eigentlich gewollten Originalpräparat und eines mit einem Generikum. Und für beide Bestellungen buchte Shop-Apotheke das Geld vom Konto des Rentners. Er hatte aber nur ein Rezept, konnte das Medikament also nur einmal von seiner Krankenversicherung erstatten lassen.

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