Pharmalogistik

Post interessiert an Movianto?

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Berlin -

Die Deutsche Post hat nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg Interesse an Movianto. Celesio-Chef Markus Pinger will die Logistiksparte verkaufen; laut Bericht sollen die Verkaufsunterlagen in der kommenden Woche verschickt werden. Zwischen 150 und 250 Millionen Euro könnte der Stuttgarter Pharmahändler erzielen. Eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht; Bloomberg bezieht sich auf drei Insider, die namentlich nicht genannt werden wollen.

 

Eine ganze Reihe von Logistikfirmen hat in den vergangenen Jahren den Pharmabereich für sich entdeckt, darunter die Post-Tochter DHL, UPS und FedEx. Erst vor kurzem wurde der europäische Dachverband EALTH (European Association for Logistics and Transport in Healthcare) gegründet, der die Interessen der Spediteure vertreten soll.

Im Vordergrund steht die Auslieferung für Hersteller. Einige Firmen haben sich aber auch bereits – mehr oder weniger erfolgreich – der „letzten Meile“ verschrieben, darunter Trans-o-flex und Arvato. Allerdings hat der Belieferungsanspruch der Pharmagroßhändler das Geschäftsmodell erheblich eingeschränkt. Deshalb suchen die Firmen nach Alternativen, beispielsweise Homecare-Modelle.

Auch DHL liefert bereits an Apotheken – in Australien etwa exklusiv für Pfizer. Für den Mutterkonzern wäre die Übernahme von Movianto bereits der dritte Anlauf: 1997 hatte die Deutsche Post Trans-o-flex übernehmen wollen, war aber am Veto der EU-Kommission gescheitert. Kurz darauf schluckte der Konzern erst einmal die ausländischen Gesellschaften der einstigen Haniel-Tochter; der zweite Versuch, das deutsche Stammhaus zu übernehmen, scheiterte am Bundeskartellamt. Stattdessen schlug 2007 die Österreichische Post – seit 1999 selbstständig – zu und baute das Geschäft aus: 2010 erwirtschaftete Trans-o-flex Erlöse von 524 Millionen Euro.

Movianto geht zurück auf die Firma Sanalog, die 1996 von der Sanacorp gegründet und 2004 an Celesio verkauft worden war. Zusammen mit Pharmexx brachte die Logistiksparte 2010 Einnahmen von 412 Millionen Euro.

 

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