Investor unter Beschuss

Platform-Group: AEP-Deal auf Zielgerade

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Berlin -

Die geplante Übernahme des Großhändlers AEP lässt auf sich warten. Vor wenigen Wochen hatte The Platform Group (TGP) als designierter neuer Eigentümer seine Anleger auf Juni vertröstet, doch jetzt steht der Konzern selbst unter Druck. Dass der Deal jetzt noch platzen könnte, schließt man sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite aus.

Eigentlich sollte die Übernahme von AEP längst abgeschlossen sein, das Bundeskartellamt hatte im März die Freigabe erteilt. Bis Ende Mai wollten alle Beteiligten die verbleibenden Vertragsinhalte abarbeiten. Vor wenigen Wochen erklärte das Management bei der Präsentation der Geschäftszahlen, dass die Abschlussbedingungen des Kaufvertrags noch nicht vollständig erfüllt seien. „Weitere Fortschritte werden daher voraussichtlich im Juni 2026 erwartet.“

Mittlerweile steht der börsennotierte Konzern selbst unter Druck. Am vergangenen Freitag berichtete das Manager Magazin über angebliche Unregelmäßigkeiten im Unternehmen und darüber, dass mehrere Banken ihre Kreditlinien in zweistelliger Millionenhöhe gekündigt hätten. Mittlerweile lässt Benner seine Anwälte gegen die Berichterstattung vorgehen. Doch die Frage, ob sich die Entwicklungen in irgendeiner Formen auf die Übernahme von AEP auswirken könnten, steht im Raum.

Auf der Seite der Verkäufer hat man keinen Zweifel daran, dass der Deal zum Abschluss kommt. Und auch CEO Dominik Benner sieht keinen Grund, die Pläne in Frage zu stellen. Man sei guter Dinge, dass man die Kaufvertragsvoraussetzungen erfüllen werde. Welche das sind, könne er aufgrund der vereinbarten Vertraulichkeit nicht verraten. Derzeit müsse man auf andere Beteiligte warten, im Juli werde man ein Update geben.

An der Finanzierung wird es nach seiner Aussage nicht scheitern: TPG habe mehr als 48 Bankverbindungen im In- und Ausland; diese Zahl habe in der Vergangenheit zu- und nicht abgenommen. Für AEP habe man drei Angebote vorliegen, mit denen man zu gegebener Zeit arbeiten könne.

Zum Kaufpreis wurde im vergangenen Herbst nichts bekannt gemacht, das Manager Magazin nannte seinerzeit die Zahl von 60 Millionen Euro. Finanziert werden soll die Übernahme laut TPG über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren mit einer Kombination aus Eigenmitteln und Fremdkapital.

Das Problem: Das Management will die Verschuldungsquote eigentlich senken, nicht ausweiten. Zuletzt wies der Konzern Bankverbindlichkeiten in Höhe von 57,5 Millionen Euro aus, hinzu kommt eine Anleihe im Umfang von 70 Millionen Euro. Auf der Aktivseite weist der Jahresabschluss liquide Mittel von 13,9 Millionen Euro aus; der Löwenanteil sind immaterielle Vermögenswerte und Firmenanteile im Umfang von 170,1 Millionen Euro. TPG weist darauf hin, dass es seit 2020 hier keine Abschreibungen gegeben habe.

Im Nachgang zu der Berichterstattung hat der Konzern am Mittwoch auch noch ein Rückkaufprogramm aufgelegt: Bis zum Jahresende sollen Anleihen im Umfang von fünf Millionen Euro zurückgekauft werden. Das Ganze soll neues Vertrauen schaffen: Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um 75 Prozent gesunken, auf zwölf Monate steht sogar ein Minus von 84 Prozent. Benner hält selbst 58 Prozent.

TPG ist in den vergangenen Jahren durch Übernahmen rasant gewachsen, doch AEP ist wohl der mit Abstand größte Deal. Der Zukauf des Großhändlers soll den Konzern in eine neue Größenordnung katapultieren: Der Umsatz soll sich auf zwei Milliarden Euro verdoppeln, das operative Ergebnis (Ebitda) um 20 Millionen Euro auf 90 bis 100 Millionen Euro wachsen, die Zahl der Partner von 18.000 auf mehr als 25.000 steigen. Die Margen im Großhandel seien schlecht, räumt Benner ein. Es handele sich aber um eine spannende Branche und ein solides Geschäftsmodell. Jetzt muss der Deal nur noch abgeschlossen werden.

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