Pharmakonzerne

GSK-Chef tritt ab

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Berlin -

Jetzt ist es amtlich: Sir Andrew Witty, Konzernchef von GlaxoSmithKline (GSK), zieht sich Ende März 2017 zurück. Der Verwaltungsrat will innerhalb und außerhalb
des Unternehmens nach einem Kandidaten für den frei werdenden
Chefposten suchen.

Witty ist seit 25 Jahren bei GSK; im Mai 2008 konnte er sich im Rennen um den Chefsessel gegen den späteren Sanofi-Chef Chris Viehbacher durchsetzen. Investoren kritisierten das Management zuletzt wegen der vergleichsweise schwachen Aktienkursentwicklung und mauer Umsätze in den USA. Zudem habe der Konzern zu wenige vielversprechende Medikamente in der Pipeline.

Wie das Wall Street Journal (WSJ) bereits Anfang März unter Berufung auf Gespräche mit einigen Investoren berichtete, hat Aufsichtsratschef Sir Philip Hampton Headhunter mit der Suche beauftragt. Witty soll in den Prozess miteinbezogen werden. Zu den potenziellen internen Kandidaten gehören laut WSJ Abbas Hussain, Leiter der Pharmasparte, Emma Walmsley, die das Consumer-Geschäft betreut, und Finanzchef Simon Dingemans.

GSK befindet sich in einer empfindlichen Restrukturierungsphase und war zuletzt in die Verlustzone gerutscht. Verschiedene Investoren fordern eine Aufspaltung des Konzerns. Sie könnten auch auf eine externe Neubesetzung drängen. Die Sunday Times nannte David Epstein, Pharmachef von Novartis, als möglichen Kandidaten.

Witty hält eine Konzernaufspaltung grundsätzlich für denkbar, allerdings mittel- bis langfristig. Ganz konkret sprach er den OTC-Bereich an: „Die Consumer-Sparte ist so groß, dass sie eines Tages ein eigenes Leben haben könnte.“ Im vergangenen Jahr hatte GSK für 16 Milliarden US-Dollar (14,2 Milliarden Euro) seine Onkologikasparte an Novartis abgegeben und im Gegenzug das Impfstoffgeschäft der Schweizer ohne Grippemittel für 7,1 Milliarden Dollar übernommen. Außerdem gründeten die beiden Branchenriesen ein Joint Venture für das OTC-Geschäft, bei dem Novartis sein 36,5-prozentiges Aktienpaket erstmals nach drei Jahren abgeben kann.

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