OTC-Hersteller

Wechsel bei Bausch + Lomb

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Berlin -

Bei Bausch + Lomb gibt es personelle Veränderungen: Rüdiger Hoppe leitet nicht mehr den OTC- und Kontaktlinsen-Bereich des zum kanadischen Pharmakonzern Valeant gehörenden Herstellers. Der ehemalige Stada-Vertriebschef ist zu Trommsdorff gewechselt. Seine Nachfolge tritt André Kindling an, der sich in der jüngsten Vergangenheit am Lieferdienst Dedendo versucht hatte. Außerdem gibt es einen neuen Deutschlandchef.

Hoppe war im Oktober 2010 zu Bausch + Lomb gekommen und hatte zunächst die Marketing- und Vertriebsleitung und ein Jahr später die Gesamtverantwortung für das Selbstmedikationsgeschäft übernommen. Davor hatte der Betriebswirt seit Mai 1998 für Stada gearbeitet: Zunächst war er Marketingleiter und Key Account Manager im OTC-Bereich, ab 2004 Vertriebsleiter für das Gesamtsortiment.

Als nach dem Weggang von Jens-Peter Schützdas Deutschlandgeschäft aufgeteilt wurde, musste sich Hoppe mit dem Posten des Sales Director Pharma OTC & Diabetes begnügen. Als OTC-Chef war Adil Kachout gewissermaßen an ihm vorbei befördert worden. Das Generikageschäft leitet heute Lothar Guske, Geschäftsführer von Stadavita ist Steffen Retzlaff, Sohn von Konzernchef Hartmut Retzlaff.

Bei Trommsdorff leitet Hoppe, der vor seinem Wechsel in die Pharmabranche ab 1991 zunächst für Unilever, Guhl und die Deutsche Bahn gearbeitet hatte, jetzt das gesamt OTC- und Rx-Geschäft. Zum Portfolio gehören Produkte wie Keltican, Tromcardin, Eneas, Escor, Ozym, Quimbo, Rectodelt, Tromphyllin, Zalain sowie das 2013 eingeführte Neuroleptikum Adasuve.

Trommsdorff gehört seit 1975 zur spanischen Ferrer-Gruppe mit Hauptsitz in Barcelona. Am Standort in Alsdorf arbeiten rund 250 Mitarbeiter, davon ungefähr 100 in der Produktion. Vom Umsatz von rund 60 Millionen Euro entfallen rund 15 Millionen Euro auf die Lohnherstellung und 3 Millionen Euro auf den Export.

Geschäftsführerin ist seit 2007 Dr. Bettina Freischütz. Sie hatte das Unternehmen nach verlustreichen Jahren und dem Skandal um die Bestechung von Ärzten umstrukturiert und ab 2009 wieder in die schwarzen Zahlen geführt. Erst vor einem Jahr hatte sich das Unternehmen im Bereich Marketing/Vertrieb verstärkt: Frank Schoeps war nach dem Verkauf des OTC-Geschäfts von Astellas/Klinge als Marketingchef zu Trommsdorff gewechselt.

Hoppes Nachfolger bei Bausch + Lomb hat ebenfalls langjährige Erfahrungen im OTC-Bereich: Kindling hatte einige Jahre als Produktmanager bei Lindt & Sprüngli und Guhl gearbeitet, bevor er im Juni 2001 für Boots das Marketing für Clearasil übernahm. Im September 2004 wurde er Marketing-, später zusätzlich Vertriebsleiter bei Merck Selbstmedikation. Im Mai 2010 wechselte er zu Nycomed, wo er die Gesamtverantwortung für das OTC-Geschäft übernahm.

Weniger Monate vor dem Verkauf der OTC-Sparte an Dr. Kade wurde Kindling im September 2012, gemeinsam mit Mark-Michael Katenkamp, Geschäftsführer von Dedendo. Nach dem Rückzug von ProSiebenSat.1 und Vivescomeldete das Portal im November 2013 Insolvenz an.

Kindling gehört damit zum Team von Thomas Kordick, der seit November General Manager für den deutschsprachigen Raum ist. Kordick hatte von 2008 bis 2011 für die Novartis-Tochter Ciba den globalen Vertrieb verantwortet, danach war er Chef der börsennotierten Beteiligungsfima Abag. Zu seinen früheren Arbeitgebern gehören außerdem Pepsi, General Electric sowie Generali.

Bei Bausch + Lomb hatte es vor einiger Zeit Gerüchte über Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen gegeben; Kritiker werfen dem Mutterkonzern Valeant vor, seine Tochterfirmen wie ein Hedgefonds auszusaugen. Obwohl sich nach der jüngsten Fusionswelle eine Reihe von Pharmamanagern nach neuen Jobs umsehen muss, galt der Berliner Hersteller daher zuletzt nicht als erste Adresse.

Bausch + Lomb kommt über alle Geschäftsbereiche hinweg auf Umsätze von rund 220 Millionen Euro, wobei die Hälfte auf den Export entfällt. Der Reingewinn lag zuletzt bei rund 55 Millionen Euro. Nach Sparten entfallen mehr als drei Viertel der Erlöse auf Arzneimittel wie Vividrin, Artelac, Vidisic, Vivimed/Vivinox, Corneregel, Berberil, Gelaspon, Panthenol, Ocuvite, Dexa/Dexamytrex, Floxal, und Betamann/Timomann.

Der Rest verteilt sich auf Kontaktlinsen und Pflegemittel (PureVision, Soflens) sowie augenchirurgische Instrumente, die in Heidelberg von der 1997 übernommenen Tochterfirma Storz gefertigt werden. Zur Firmengruppe mit mehr als 550 Mitarbeitern gehören Dr. Gerhard Mann, Dr. Robert Winzer sowie Chauvin Ankerpharm. Auf Basis der Apothekenverkaufspreise kommt Bausch + Lomb auf Umsätze von rund 110 Millionen Euro in Deutschland.

Geschäftsführer für die Region Westeuropa sind Gaëlle Waltinger (Pharma) und Eberhard Kühne (Finanzen). Für Storz und das Rx-Geschäft ist Dirk Badhauser zuständig. Die Produktion in Berlin, dem weltweit zweitgrößten Standort des Konzerns, verantwortet Dr. Frank Küpker. Dr. Günther Bellmann ist für die Geschäftsentwicklung im Pharmabereich zuständig. Den Apothekenaußendienst leitet Stephan Bobzin, der im September von Merck gekommen war.

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