Bundestagspräsidentin Julia Klöckner war in ihrem Wahlkreis zu Gast beim Pharmagroßhändler Phoenix. Dort ging es im Rahmen eines Rundgangs auch um die Inhalte der Apothekenreform und die Zukunft der Arzneimittelversorgung. Die Politik dürfe „bei Reformen nicht nur auf Arztpraxen und Apotheken schauen, sondern müsse auch die Pharmalogistik mitdenken“, schrieb die CDU-Politikerin mit dem Wahlkreis Bad Kreuznach anschließend auf Instagram.
Die schnelle Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den Apotheken sei keinesfalls selbstverständlich, so der Tenor beim Besuch in Bad Kreuznach Anfang des Monats, schließlich steckten dahinter komplexe Prozesse.
„Der Austausch war vielfältig und zukunftsorientiert: Neben zentralen Themen wie Apothekenreform, Lieferengpässen und der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in Deutschland standen innovative Entwicklungen im Fokus – darunter Elektromobilität in der Logistik, mögliche Drohnenlieferungen und digitale Services für Apotheken“, heißt es von Phoenix nach dem Termin.
Auch die Plattform Gesund.de wurde angesprochen, da Phoenix damit die Apotheken nicht nur logistisch, sondern auch digital stärken könne. „Wir bedanken uns herzlich bei Julia Klöckner für den offenen und konstruktiven Dialog sowie für ihr großes Interesse am pharmazeutischen Großhandel“, so Phoenix.
Klöckner fasste ihren Besuch anschließend bei Instagram zusammen: „Wer morgens ein Medikament in der Apotheke bestellt und es oft schon wenige Stunden später abholen kann oder nach Hause geliefert bekommt, macht sich meist keine Gedanken darüber, was dahintersteckt.“ Über das Konzept dahinter habe sie sich beim Termin informiert.
Rund 800 Apotheken in Rheinland-Pfalz und im Saarland würden von Phoenix in Bad Kreuznach versorgt – „teilweise bis zu drei Mal täglich“, schreibt die Bundestagspräsidentin. „Ein Blick hinter die Kulissen: moderne Lagerabläufe, die Kühlung empfindlicher Arzneimittel und eine Notstromversorgung, die bei einem Stromausfall das System absichert.“
Die Arzneimittelversorgung gehöre zur kritischen Infrastruktur, Menschen müssten darauf vertrauen können, ihre Arzneimittel schnell zu bekommen – besonders auf dem Land sei auch die zuverlässige Belieferung ein Thema, so Klöckner. „Deshalb dürfen wir bei Reformen nicht nur auf Arztpraxen und Apotheken schauen, sondern müssen auch die Pharmalogistik mitdenken.“
Ein kleines Detail aus den Gesprächen mit dem Großhändler hob Klöckner noch hervor: die Möglichkeit von Drohnenlieferungen. „Innovationen wie Drohnenlieferungen sollten wir offen prüfen. Wenn neue Technologien und Innovationen dazu beitragen können, die Versorgung der Menschen insbesondere im ländlichen Raum noch schneller und effizienter zu gestalten, sollten wir die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen“, so Klöckner beim Besuch.
Am Phoenix-Standort Bad Kreuznach arbeiten auf 10.000 Quadratmetern Lagerfläche 171 Beschäftigte. Durch den Termin führte unter anderem Karl-Heinz Berschet von der Phoenix-Geschäftsführung Deutschland, aber auch Max Harsdorf, stellvertretender Vertriebsleiter von Phoenix in Bad Kreuznach, und sein Niederlassungsleiter Alexander Bingnet sowie Dr. Sven Simons, Leiter Public Affairs und Marketing Deutschland, waren dabei. Auch der Phagro war mit Geschäftsführer Thomas Porstner und dem Leiter Gesundheitspolitik, Nico Münch, vertreten.
Für Berschet seien derzeit beispielsweise Lieferengpässe weniger ein Thema, dafür aber die höheren Transportkosten wegen der hohen Kraftstoffpreise und der steigenden Mindestlöhne. Der Phagro rechnet hier mit Mehrkosten in Millionenhöhe.
Für die Themen des Großhändlers zeigte sich Klöckner sehr interessiert: „Wer Medikamente lagert und transportiert, trägt eine große Verantwortung. Deshalb müssen für alle Vertriebswege vergleichbare Qualitäts- und Sicherheitsstandards gelten. Die Einhaltung von Kühlketten und Lagerbedingungen darf kein Wettbewerbsnachteil für den stationären Handel sein“, erklärte sie beim Termin.
APOTHEKE ADHOC Debatte