Elmshorn

Haus verkauft, Apo-Rot-Apotheke schließt

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Berlin -

In Elmshorn endet am 15. Juli die wechselvolle Geschichte einer Apotheke. Die derzeitige Apo-Rot-Apotheke hat in den vergangenen Jahren mehrfach Namen und Konzept geändert und viel ausprobiert. Jetzt will sich das Ehepaar Cordula und Claus Niemeyer allmählich auf den Ruhestand vorbereiten und hat die Gelegenheit ergriffen, die Immobilie zu verkaufen. Ihre andere Apo-Rot-Apotheke in Pinneberg wollen sie noch ein paar Jahre betreiben.

Um nicht irgendwann unter Druck verkaufen zu müssen, hatten die Niemeyers frühzeitig mit der Suche nach einem Käufer für das dreigeschossige Gebäude begonnen. Doch dann habe sich schneller als erwartet ein Interessent gefunden und man sei sich einig geworden, berichtet Claus Niemeyer. Die Apotheke schließt Mitte des Monats.

Eine neue Apotheke wird es an dem Standort nicht geben, der neue Eigentümer habe andere Pläne mit der Immobilie, berichtet Niemeyer. Die Facharztpraxis im Obergeschoss soll dagegen bestehen bleiben. Und die Arzneimittelversorgung bleibt auch gesichert: Vier andere Apotheken liegen in näherer Umgebung, die Flora-Apotheke sogar gegenüber auf der anderen Straßenseite.

Niemeyers sind seit Mai 2015 bei der Kooperation Apo-Rot. Doch davor hatte die ursprüngliche Vita-Apotheke schon einige Tauffeiern erfahren. Zunächst hatten Niemeyers es mit DocMorris versucht. Im Mai 2011 erlaubten die beiden Apotheken der gleichnamigen niederländischen Versandapotheke sogar den Betrieb von Pick-up-Stellen in den Apotheken. Doch damals gehörte DocMorris noch zu Celesio und das Stuttgarter Management gab das Pick-up-Modell beim ersten rechtlichen Angriff ohne nennenswerten Widerstand auf. Die insgesamt drei Pilotprojekte verschwanden wieder.

Und die Entfremdung ging weiter: Niemeyers ersetzten das grüne Kreuz außen an der Apotheke durch ein rotes Apotheken-A – ein No-Go bei DocMorris. So trennten sich die Wege 2012. Fortan firmierte die Apotheke als „ProVita“. Doch der neue Schriftzug der Apotheken ebenfalls schwarz-grün und dem DocMorris-Logo nicht unähnlich. Weil wieder Ärger drohte, wurde der Name der Apotheke wieder geändert – zurück zum ursprünglichen Namen Vita-Apotheke.

Eine Zeitlang habe er nach dieser Erfahrung dann die Nase voll gehabt von Kooperationen, berichtet Niemeyer. Ganz ohne Verbund ging es aber auch nicht besser. Er sah sich auf dem Markt um und entschied sich schließlich für Apo-Rot: „Das entsprach am meisten unserem eigenen Verständnis: OTC-preisaktiv und versandaffin“, so Niemeyer. Er war zufrieden: Die Eigenmarken von Apo-Rot verkauften sich auch gut und die OTC-Konditionen hätten das Kundenaufkommen erhöht. Damit kämen unter dem Strich auch mehr Rezepte in die Apotheke.

Von DocMorris hat sich Niemeyer im Stich gelassen gefühlt. Mit dem Verkauf der Versandapotheke an Zur Rose war die Kooperation dazu verurteilt, allmählich zu verschwinden. Die letzten Verträge der einst rund 150 Markenpartner sind Ende 2017 ausgelaufen, die allermeisten haben weit früher umgeflaggt.

Dass sich die Geschichte bei Apo-Rot nach der Übernahme des Versandgeschäfts durch die DocMorris-Mutter Zur Rose wiederholt, glaubt Niemeyer nicht. Gründerin Birgit Dumke bleibt weiter für die Kooperation verantwortlich. Den knapp 20 Partnerapotheken wurde zugesagt, dass die Zusammenarbeit fortgeführt werden soll.

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