Pharmaunternehmen

Glyphosat-Prozesse: Bayer-Chef verteidigt Monsanto-Übernahme dpa, 24.03.2019 15:21 Uhr

Berlin - Bayer-Chef Werner Baumann verteidigt den milliardenschweren Kauf des US-Saatgutkonzerns Monsanto nach einer
weiteren Gerichtsschlappe gegen die wachsende Kritik von Aktionären. „Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee“, sagte der Chef des Pharma- und Agrarchemieunternehmens der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Erst in der abgelaufenen Woche hatte ein Rückschlag in einem wegweisenden Prozess um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup den Druck auf den Manager steigen lassen.

Eine Jury in San Francisco befand, dass das Produkt ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des
70-jährigen Klägers Edwin Hardeman gewesen sei. Damit geht der Prozess nun mit derselben Jury in eine zweite Phase, in der die Haftungsfragen geklärt werden sollen. Dabei geht es auch darum, ob Monsanto über Risiken hinwegtäuschte und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfallen könnte.

Die Zweifel an dem größten Auslandszukauf eines deutschen Unternehmens wuchsen dadurch noch weiter. Anleger fürchten schwer kalkulierbarer Milliardenrisiken durch mögliche Schadenersatz- und Vergleichszahlungen. Der Aktienkurs von Bayer, der sich gerade erst ein wenig berappelt hatte, ging wieder auf Talfahrt: Minus 12,5 Prozent stehen in der vergangenen Woche zu Buche. Aktuell dümpelt der Kurs um die 60 Euro herum.

Vor einem Millionenurteil einer Geschworenenjury im ersten großen Glyphosat-Prozess im vergangenen August waren es noch mehr als 90 Euro gewesen. Die Klagewelle in den USA war infolge des Urteils so richtig ins Rollen gekommen. Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA glyphosatbezogene Klagen von etwa 11.200 Klägern zugestellt. Bayer weist die Vorwürfe eines Krebsrisikos von Monsantos Unkrautvernichtern zurück und beruft sich dabei auf zahlreiche Studien.

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