Generikakonzerne

Stada: Vorfahrt für Aliud

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Berlin -

Bei Stada gibt es laut einem Bericht von PHARMA ADHOC Änderungen in der Konzernstruktur: Luc Slegers ist als Executive Vice President (EVP) Generics für das gesamte Generikageschäft zuständig. Dieno George verantwortet als EVP Branded Business das komplette Markengeschäft. Die Neuerungen haben auch Auswirkungen auf das deutsche Geschäft.

Bislang hatten die Verantwortlichen aus den einzelnen Marktregionen direkt an den Anfang Juni ausgeschiedenen Vorstandschef Hartmut Retzlaff berichtet. Jetzt wird nur noch in die Kernsegmente „Generika“ und „Marken“ unterschieden, die von den beiden EVP betreut werden. Slegers war bislang Senior Vice President Marketing & Sales Central Europe, George ist Geschäftsführer der britischen Vertriebsgesellschaft Thornton & Ross.

Damit ändern sich auch die Zuständigkeiten in Deutschland: Aliud-Geschäftsführerin Ingrid Blumenthal übernimmt als Vice President Deutschland die Verantwortung für das gesamte deutsche Generikageschäft und berichtet an Slegers. Nach dem Ausscheiden von Adil Kachout und Steffen Retzlaff als Geschäftsführer von Stada und Stadavita gibt es derzeit keine direkten Ansprechpartner für das Markengeschäft.

Bei Aliud ist Blumenthal seit 2011 als Geschäftsführerin tätig. Sie verantwortet die Bereiche Marketing und Vertrieb sowie gesundheitspolitische Themen. Sie kam 1999 als Außendienstmitarbeiterin über Niddapharm, später Stada Medical, zum Konzern. 2007 wechselte sie als Leiterin des Key Account Managements zu Aliud. 2009 übernahm sie die Leitung des Bereichs Marketing und Vertrieb.

Dass Blumenthal und nicht Stadapharm-Geschäftsführer Lothar Guske die Verantwortung im Berichtswesen haben, hat mit der bereits 2014 eingeleiteten Neuausrichtung der Vertriebsgesellschaften zu tun: Seitdem wurde Stadapharm neu positioniert und konzentriert sich unter anderem auf die Rx-Absatzmärkte sowie verschreibungspflichtige Marken und den Bereich der Diagnostik.

„Ausschreibungen sind Aldi“: Mit diesem markigen Spruch erklärte Retzlaff damals den Rückzug der Stammmarke aus dem Rabattvertragsgeschäft: „Wir müssen uns fragen, ob wir unsere Marke Stadapharm neu positionieren können.“ Man prüfe, ob man auf Dauer mit zwei Vertriebsgesellschaften biete, die vollkommen unabhängig voneinander agieren müssten, so Retzlaff damals. Seitdem firmierten zahlreiche Produkte um.

Nachfolger für Kachout und Retzlaff jr. gibt es noch nicht; womöglich denkt man in Bad Vilbel darüber nach, beide Vertriebsgesellschaften zusammenzulegen. Als Geschäftsführer für beide Firmen fungiert formal Oliver Twelsiek, beim Mutterkonzern ist er als Leiter des Bereichs Controlling für das gesamte Deutschlandgeschäft zuständig.

Im OTC-Bereich haben operativ derzeit Vertriebsleiter Sascha Dyckerhoff und Wolfram Gollin, Leiter Produktmanagement, den Hut auf. Dyckerhoff war 2012 als stellvertretender Leiter Customer Service Management von Velux nach Bad Vilbel gewechselt; seit zwei Jahren leitet er zusätzlich den Vertrieb. Gollin kam 2011 von Bayer zu Stada.

Bei Stadavita wiederum ist Andreas Kehm seit zwei Jahren als Leiter Vertriebssteuerung für den Außendienst zuständig. Marketingleiterin Kerstin Hempe wird derzeit durch Tanja Bartholomes vertreten.

Bei den anderen Vertriebsgesellschaften ist die Lage unverändert: Das Generikageschäft bei Stadapharm leitet Guske, Vertriebs- und Marketingleiter ist Dr. Carsten Dierks. Bei Aliud leiten Blumenthal und Thomas Douglas die Geschäfte. Bei Cell pharm stehen Anne Demberg und Ralf Hutmann an der Spitze.

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