Generikakonzerne

Stada: Aus 4 mach 2

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Berlin -

Alles neu bei Stada? Mit Spannung war die erste Investorenkonferenz des Generikakonzerns nach dem Ausscheiden des langjährigen Konzernchefs Hartmut Retzlaff und dem Schlagabtausch auf der Hauptversammlung erwartet worden. „Ready for change, delivering growth“, lautete das Motto des Vortrag vom neuen Konzernchef Matthias Wiedenfels. Soviel ist klar: In Deutschland werden zwei Vertriebsgesellschaften verschwinden.

Wiedenfels kann sich nach früherem Bekunden „40 Prozent Veränderung“ vorstellen, hat aber bislang nicht verraten, wo er konkret ansetzen will. Auch beim Investorentreffen in Frankfurt blieb er noch im Ungefähren: Die verschiedenen Geschäftsbereiche sollten stärker zusammenarbeiten, mit neuen Anreizen und mehr Transparenz.

Generika sollen zwar die Basis bleiben, am Ende soll das Markengeschäft aber 60 statt 40 Prozent ausmachen. In Bad Vilbel will man sich auf attraktive Marken konzentrieren, das Portfolio soll gestrafft werden. Patentabläufe, Biosimilars und Nischenprodukte sollen Wachstum bringen. Außerdem sind Zukäufe geplant, bis zu 300 Millionen Euro pro Jahr will der Konzern für sinnvolle Übernahmen ausgeben.

Außerdem sollen neue Strukturen zu mehr Effizienz führen. Konkret geplant sind Umstrukturierungen in Deutschland: Stada und Stadavita sollen im kommenden Jahr fusioniert werden, genauso wie Stadapharm und Cell-pharm. Mit Aliud soll es dann noch drei Vertriebsgesellschaften geben. Auf diese Weise sollen Redundanzen abgebaut und Kosten gesenkt werden. Demnächst sollen mit den Mitarbeitern Gespräche geführt werden. Bei der OTC-Sparte arbeiten 68 Mitarbeiter, bei Stadavita 44. Stadapharm hat 24 Angestellte, Cell-pharm 54.

Dieno George, als Executive Vice President für das Markengeschäft zuständig, erläuterte seine Ansätze: Erfolgreiche Marken sollen für Line extensions genutzt und internationalisiert werden. Generika sollen zu Marken aufgewertet werden, OTC-Switches und die Einlizensierung von innovativen Applikationshilfen sollen das Portfolio erweitern. Innovative Marketingkonzepte sollen verstärkt genutzt werden, Stichwort: E-Commerce.

Laut Generika-Chef Luc Slegers verlieren bis 2019 Wirkstoffe im Wert von 12 Milliarden Euro ihren Patentschutz. Bei Stada sind rund 2000 Neueinführungen geplant, darunter Wirkstoffe wie Pregabalin, Rosuvastatin, Erlotinib und Vildagliptin. Außerdem sollen fünf neue Biosimilars auf den Markt kommen: Pegfilgrastim, Rituximab, Teriparatid, Adalimumab und Bevacizumab.

Rund 350 Millionen Euro an zusätzlichen Umsätzen sollen laut Finanzchef Helmut Kraft im Markengeschäft bis 2019 generiert werden. Durch neue Generika und Biosimilars sollen die Erlöse im Rx-Bereich um mehr als 240 Millionen Euro wachsen. Durch bessere Verhandlungen mit Lieferanten sollen bis 2019 rund 65 Millionen Euro eingespart werden, die Fusion von Vertriebsgesellschaften und die Optimierung der Abläufe sollen weitere 40 Millionen Euro bringen.

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