eRixa: Erster Hollandversender empfängt deutsche E-Rezepte

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Berlin - Das E-Rezept ist noch gar nicht richtig da, ist aber schon ein Flickenteppich: Zahlreiche Pilotprojekte erproben bereits elektronische Verordnungen und geben so einen Vorgeschmack auf die Vielfalt der Anwendungen, die letztlich viele Patienten überfordern könnte. Mit dem Konzept eRixa hat sich der baden-württembergische IT-Anbieter PSO nun auf die Fahnen geschrieben, alle Systeme auf einer Plattform zu integrieren – und hat gleich zu Beginn eine niederländische Versandapotheke miteinbezogen. Pikant: Hinter dem Angebot steht Stefan Odenbach, seines Zeichens nicht nur Geschäftsführer von PSO, sondern auch Geschäftsführer von König IT, dem Rechenzentrum von DocMorris und Shop-Apotheke. An genau diese beiden Versandkonzerne will er eRixa aber gar nicht anschließen, versichert er. Das E-Rezept gehöre primär in die Vor-Ort-Apotheke.

„Wir sind das Check24 des Gesundheitswesens“, zeigt sich Odenbach selbstbewusst und der Vergleich ist auch nicht abwegig: So wie das Vergleichsportal vom Handyvertrag bis zur Bremsscheibe die Anbieter allerlei Waren und Dienstleister vergleicht, sollen Patienten auf der interoperablen Plattform eRixa mit einem Blick sehen, wo sie ihre elektronische Verordnung am schnellsten und am einfachsten einlösen können. „Um eine hundertprozentige Marktabdeckung zu haben, müsste der Patient ja ansonsten fünf Anwendungen parallel auf dem Smartphone haben. Und das ist doch unrealistisch“, erklärt Odenbach den Bedarf hinter der Plattform. „Alle 52 E-Rezept-Pilotprojekte haben ein eigenes Ökosystem aufgebaut, wir sind aber nicht das 53. E-Rezept-Projekt, sondern wir verbinden sie alle miteinander.“

Dazu bietet PSO auf Patientenseite eine Smartphone-App für Android und iOS sowie ein Webportal im Browser. Bei Bedarf gebe es auch einen lokalen Client für Windows inklusive eines Outlook-Plugins. Welche E-Rezept-Anwendungen Apotheker und Ärzte benutzen, sei dabei unerheblich, da die Plattform den sicheren Austausch von E-Rezepten mit anderen Lösungen ermögliche. Mit den Softwarehäusern ist Odenbach bereits in Gesprächen, konnte den ersten dicken Fisch aber schon an Land ziehen: Eine Schnittstelle zu Awinta-Systemen ist bereits vorhanden. „Damit können wir jetzt schon 7000 Vor-Ort-Apotheken anschließen“, sagt er.

Für den Apotheker sei der Anschluss denkbar einfach, versichert er: „Die Anbindung dauert fünf Minuten. Ich muss nur einmal mit dem Apotheker sprechen, schicke ihm dann den Link zum geschlossenen Portal, er gibt seine Daten ein, wir verifizieren sie und schalten die Apotheke frei. Und der Apotheker muss dazu noch nicht mal bei Awinta nachfragen.“ Bis Ende des Jahres sei das Angebot noch kostenfrei, zu den Preisen danach könne er noch keine Angaben machen. Auch mit dem Abrechnungszentren gebe es keine Probleme, die Apotheken könnten wie gehabt mit ihren bisherigen Häusern zusammenarbeiten.

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