Die Skontoverhandlungen zwischen Apotheken und Großhändlern sind vielerorts relativ starr verlaufen – auch Kooperationen konnten ihre Marktdominanz nicht ausspielen. Der Unmut darüber ist teilweise so groß, dass Partnerschaften hinterfragt werden. Die Apothekenkooperation Elac Elysée etwa empfiehlt ihren umsatzstarken Mitgliedern, zum Lieferanten mit dem besten Angebot zu wechseln.
Skonti auf verschreibungspflichtige Arzneimittel außerhalb der gesetzlichen Spanne sind wieder erlaubt. Doch die Stimmung in den Apotheken hat sich damit nicht sehr verbessert. Denn dabei geht es ausschließlich um handelsübliche Skonti, die als Gegenleistung für eine vor Fälligkeit geleistete Zahlung gewährt werden. Der erhoffte Schwung bleibt aus – gerade weil sich das Entgegenkommen der Großhändler in Grenzen hält.
Elac-Geschäftsführer Frank Baer bewertet die Angebote im Markt als zu gering. „Mitunter würden sich 0,3-Prozent- oder 0,5-Prozent-Skonti für zahlreiche Apotheken überhaupt nicht rechnen“, sagt er. Die Situation vor dem Skonto-Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) werde es jedoch nicht mehr geben: „Es geht nicht darum, alte Situationen wiederherzustellen, als man Rabatte inklusive Skonti von jenseits der 6 Prozent im Markt vorgefunden hat.“ Baer geht davon aus, dass es sich perspektivisch bei 1 bis 1,5 Prozent einpendeln werde. Auch das Thema „Mindest-Packungsanzahl“ spiele eine größere Rolle bei den Großhändlern. „Insbesondere für einen Malus bei nicht erreichten Packungen. Das halte ich für kritisch, weil dann im großen Stil der Direkteinkauf forciert werden könnte. Es bleibt spannend.“
Phoenix etwa bot den Apotheken 0,3 Prozent. Im Gegenzug sollten Rx-Packungen fixiert und bei einer Unterschreitung eine Gebühr kassiert werden. Der Frust über diese Haltung ist groß. Bei Elac etwa verweist man auf die anderen Partner: Die Kooperation hat auch Vereinbarungen mit Alliance Healthcare Deutschland (AHD)/Gehe und AEP. Auch bei der Jahrestagung Mitte Oktober auf Mallorca war Skonto ein Thema.
Elac empfiehlt den Mitgliedern, zu denjenigen Lieferanten zu wechseln, die die besten Konditionen haben, heißt es aus Mitgliederkreisen. „Es gibt mit allen Großen Vereinbarungen, die besten Konditionen hat aktuell AEP“, sagt ein Insider. Doch auch bei AHD/Gehe gebe es Entgegenkommen. „Phoenix wird deshalb wahrscheinlich Umsatz verlieren. Es wird versucht, die Apotheken auf ein deutlich niedrigeres Skontoniveau einzustimmen. Das muss man nicht mitmachen.“
Eine offizielle Empfehlung der Kooperation an die Mitglieder gibt es nicht. Schriftlich gehe nichts raus, heißt es. „Es gibt eine telefonische Information, die schon angelaufen ist.“ Phoenix bleibt indes weiterhin als Partner gelistet. Bei Elac stellt man jedoch klar: „Bei unseren Partnergroßhändlern hat sich nichts verändert“, sagt Baer. Die Empfehlung kommentiert er mit einem Sprichwort: „Der Bessere ist des Guten Feind. Unsere Mitglieder wissen durchaus, was das Bessere ist!“
Dennoch kommt Bewegung in den Markt. Die Kooperation könnte damit den Druck auf den Großhändler erhöhen. Es ist nicht das erste Mal, dass man bei Elac versucht, mit einer Abwanderung Schwung in die Verhandlungen zu bringen.
Bei Phoenix zeigt man sich gelassen: „Wechselbewegungen sind in einem wettbewerbsintensiven Markt grundsätzlich nichts Ungewöhnliches“, sagt ein Unternehmenssprecher. Zu einzelnen Kundenbeziehungen oder Marktbewegungen werde keine Stellung bezogen. „Entscheidend für Phoenix ist die langfristige und verlässliche Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden.“
Unterdessen vergrößern sich bei Elac die Einkaufsvolumina. Insgesamt gehören aktuell erstmals 600 Apotheken zum Verbund, der neue Mitglieder erst ab einem Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro aufnimmt. Innerhalb des vergangenen Jahres seien mehr als 50 Partnerapotheken dazugekommen. „Dass sich inzwischen 600 Apotheken für Elac entschieden haben, bestätigt unseren Weg“, sagte CEO Dr. Uwe Berlekamp. „Wir schaffen gemeinsam wirtschaftliche Handlungsspielräume und investieren in Angebote, die unsere Partnerapotheken im Alltag unterstützen. Ihre unternehmerische Eigenständigkeit bleibt dabei die Grundlage der Zusammenarbeit.“
Baer betont, dass entscheidend sei, was eine Apotheke durch die Kooperation konkret gewinne. „Es geht um gute Konditionen, aber auch um verlässliche Abläufe, ein starkes Netzwerk und darum, wirtschaftliche Entscheidungen auf einer besseren Grundlage treffen zu können. Was unsere Partnerapotheken brauchen, besprechen wir direkt mit ihnen.“
Elac bündelt die Interessen der Mitglieder im Einkauf und bietet ihnen unter anderem Unterstützung bei Controlling und Marketing an. Zum Unternehmensverbund gehören außerdem Elac Pharma mit den Elac-Marken Elacpharma und Elacvital sowie der GTA Großhandel. Digitale Angebote sind Medi-now und die Beteiligung am Direktabrechner Scanacs.