Wettbewerbszentrale

Dauerbrenner-Boni, Botox-Partys & fiese Kassen APOTHEKE ADHOC, 20.06.2018 14:32 Uhr

Berlin - Bei der Wettbewerbszentrale kennt man sich mittlerweile bestens mit Apotheken aus. Vor allem die Frage nach der Zulässigkeit von Boni entwickele sich „zum juristischen Dauerbrenner“, heißt es im aktuellen Bericht der Wettbewerbszentrale. Auch Kooperationen von Ärzten und Apothekern sowie unzulässige Werbung von Krankenkassen beschäftigt die Wettbewerbshüter aus Bad Homburg regelmäßig.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat im November entschieden, dass auch indirekte Rx-Boni die Preisbindung unterlaufen. Einige Wochen später habe jedoch das Berliner Kammergericht die Auffassung vertreten, ein 1€-Gutschein sei nicht „spürbar“, die Abgabe sei dem Apotheker daher erlaubt. Beide Gerichte hielten die Preisbindung grundsätzlich für verfassungsgemäß. Mit diesen Fragen muss sich jetzt wieder der Bundesgerichtshof (BGH) befassen.

Insgesamt gingen bei der Wettbewerbszentrale im vergangenen Jahr knapp 470 Anfragen und Beschwerden wegen unlauteren Wettbewerbs im Bereich Gesundheit ein. Betroffen waren Apotheker, Ärzte, Krankenkassen und Hersteller. 2018 waren es bislang 195 Fälle, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht.

Nach eigenen Angaben hat die Wettbewerbszentrale 2017 gleich mehrere Kooperationen unterbunden, in denen Apotheker vor Arztpraxen Rezeptsammelkästen aufgestellt hatten. „Die Aufgabenbereiche von Apothekern und Ärzten sind streng getrennt. Zuweisungs- und Abspracheverbote in apotheken- und arztspezifischen Vorschriften sollen verhindern, dass auch nur der Anschein einer wirtschaftlichen Verquickung erweckt wird“, begründet die Wettbewerbszentrale ihr Einschreiten.

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