Bayer will Arbeitsplätze abbauen

, Uhr aktualisiert am 28.11.2018 13:20 Uhr

Leverkusen - Bayer schnürt womöglich nach dem kostspieligen Monsanto-Kauf den Gürtel enger: Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ will der Konzern Ausgaben sparen und dafür auch Arbeitsplätze abbauen. Besonders betroffen sei die kriselnde Sparte für OTC-Arzneimittel (Consumer Health), schrieb die Zeitung. Aber auch in der Pharmaforschung und in der Agrarsparte sollen dem Blatt zufolge Jobs wegfallen. Konkrete Zahlen wurden in dem Bericht nicht genannt, und ein Sprecher wollte die Informationen auf Nachfrage auch nicht kommentieren.

Nach Informationen von dpa-AFX haben Arbeitnehmervertreter in der kommenden Woche in betroffenen Bereichen zu Betriebsversammlungen eingeladen. Wie es in dem Zeitungsbericht weiter hieß, wird es zumindest in Deutschland aber nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, da hier noch bis mindestens 2020 Standortgarantien gelten. Diese beträfen allerdings nicht die Zentrale von Consumer Health, die ihren Sitz in Basel hat. Zudem sei der Verkauf kleinerer Marken vorgesehen, die Bayer nicht mehr weiterführen wolle. Für das Geschäft mit Tierarzneimitteln (Animal Health) halte man sich die Option zum Verkauf offen.

Das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten hatte Bayer im dritten Quartal keine Freude gemacht. Bayer kämpfte dort mit höheren Produktionskosten und Lieferengpässen bei Medikamenten wie Aspirin. Hier belasteten weiterhin Produktionsanpassungen nach einem Rüffel der US-Gesundheitsbehörde FDA. Im Zusammenhang mit der Rüge kalkulierte Bayer-Chef Werner Baumann zuletzt für das Gesamtjahr mit Kosten von rund 300 Millionen Euro.

Zur Unzeit kam ein Engpass bei Aspirin complex: Apotheken in Deutschland musste die Lieferproblemen des Erkältungsmittels mitten in der Grippesaison hinnehmen. Mittlerweile hat Bayer die Situation nach eigenen Angaben zumindest teilweise im Griff. Der Leverkusener Konzern setzt in dieser Erkältungssaison bei seinem Kombipräparat auf die 10er-Packungsgröße. Wegen Korrektur- und Modernisierungsmaßnahmen am Produktionsstandort in Bitterfeld hatte es Ausfälle gegeben. Lieferschwierigkeiten gibt es aktuell mit dem Granulat Aspirin Effect.

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