Das ARZ Haan hat sein Abrechnungsvolumen und seinen Umsatz weiter gesteigert und auch das hohe Ertragsniveau gehalten.
Die Umsätze kletterten um knapp 3 Prozent auf 112 Millionen Euro – und das, obwohl die IT-Firma DM EDV mit der Pflegesoftware DM7 verkauft wurde und knapp 7 Millionen Euro an Erlösen wegfielen. Das Abrechnungsgeschäft mit Apotheken wuchs um 4,8 Prozent auf 33 Millionen Euro, das mit sonstigen Leistungserbringern um knapp 11 Prozent auf 69 Millionen Euro. Hier legte RZH um knapp 13 Prozent auf 60 Millionen Euro zu, während AZH (Hebammen) stabil bei 9 Millionen Euro lag. Im Bereich Software (ARZ dent mit Teemer) blieben knapp 10 Millionen Euro übrig.
Der Jahresüberschuss lag bei 6,3 Millionen Euro, nach 8,5 Millionen Euro im Vorjahr, das durch einen veräußerungsbedingten positiven Sondereffekt begünstigt war: Die Veräußerung hatte zu sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von acht Millionen Euro geführt, die in diesem Jahr wegfielen.
Die Verbindlichkeiten sind wegen des erhöhten Abrechnungsvolumens von 240 auf 325 Millionen Euro gestiegen. Die Gruppe verfügt über Kreditlinien zur Vorfinanzierung der Abrechnungen in Höhe von 400 Millionen Euro, kann diese aber auf bis zu 750 Millionen Euro ausweiten. Zum Stichtag waren 243 Millionen Euro abgerufen. Ein Schuldscheindarlehen über 130 Millionen Euro wurde in diesem Jahr im Rahmen der bis 2029 bestehenden Konsortialkreditfinanzierung abgelöst.
Dennoch lag der Zinsaufwand mit 6,3 Millionen Euro deutlich unter dem des Vorjahres (9,9 Millionen Euro), Grund waren ein im Jahresverlauf rückläufiges Zinsniveau und Effizienzverbesserungen bei den Abrechnungsprozessen.
Zum Stichtag wies die Gruppe Forderungen aus dem Abrechnungsgeschäft in Höhe von 280 Millionen Euro aus (Vorjahr: 264 Millionen Euro); unter den sonstigen Vermögensgegenständen waren weitere stichtagsbezogene Forderungen gegenüber Kostenträgern im Umfang von 83,6 Millionen Euro (Vorjahr: 2,6 Millionen Euro).
„Auch im vergangenen Jahr haben wir unsere Stabilität und Wachstumsdynamik unter Beweis gestellt. Die ARZ Haan AG konnte ihre Unternehmensstrategie als Spezialist für Abrechnungsdienstleistungen im Gesundheitswesen konsequent fortsetzen und operativ eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre in der Geschichte unserer Unternehmensgruppe erzielen“, so CEO Dr. Philipp Siebelt.
„Unsere rund 1300 Mitarbeitenden haben auch mit Innovationskraft und großem Engagement dazu beigetragen, die Unternehmensgruppe sehr erfolgreich weiterzuentwickeln. Dieser Einsatz ist ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor für die positive Entwicklung der ARZ Haan AG“, betont Siebelt.
Der Aktienkurs, der gemäß dem modifizierten Stuttgarter Verfahren ermittelt wird, liegt nun bei 91,48 Euro und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Hauptversammlung beschloss zudem eine unveränderte Dividende von 2 Euro je Aktie.