Nach Amoklauf

Waffenverbot bei CVS und Walgreens

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Berlin -

Nach einem Amoklauf in einem Walmart diskutieren die USA mal wieder über Waffenbesitz. Erstmals haben sich aber nun auch die zwei größten Apothekenketten des Landes eingeschaltet: CVS und Walgreens verbieten es ihren Kunden künftig, Schusswaffen offen zu tragen. Die Initiative ging jedoch nicht von den beiden Kettenkonzernen aus, andere Handelskonzerne hatten vorgelegt.

Der unternehmenspolitische Schritt folgt auf einen Amoklauf in einer Walmart-Filiale im texanischen El Paso. Am Morgen des 3. August hatte dort ein 21-jähriger Mann um sich geschossen und 22 Menschen getötet. Daraufhin entbrannte eine Debatte, in der es auch um das offene Tragen von Schusswaffen ging. Denn als der Täter die Walmart-Filiale mit einem WASR 10 – einem halbautomatischen Kalaschnikow-Nachbau – betrat, verhielt er sich gesetzes- und hausordnungskonform.

Mehrere große Handelsketten hatten daraufhin vor wenigen Tagen angekündigt, das offene Führen von Schusswaffen in ihren Filialen zu untersagen, darunter die Supermarktkette Kroger und Walmart selbst. Außerdem hat Walmart angekündigt, den Verkauf von Munition einzuschränken: Künftig vertreibe man nur noch Gewehrmunition, keine mehr für Faustfeuerwaffen. Die mächtige Waffenlobby-Organisation NRA schoss umgehend gegen Walmart: Es sei beschämend, dass die Kette vor den „Anti-Waffen-Eliten“ einknicke. Die Schlangen bei Walmart würden bald durch Schlangen bei Einzelhändlern ersetzt, die „mehr Unterstützung für Amerikas grundlegende Rechte zeigen“.

Trotzdem schlossen sich am Donnerstag auch die beiden größten Apothekenketten des Landes dem Waffenboykott an. „Wir unterstützen die Bemühungen von Gruppen und Einzelpersonen zur Verringerung von Waffengewalt und überdenken regelmäßig unsere Firmenpolitik, um sicherzustellen, dass unsere Filialen eine sichere Umgebung darstellen“, verkündete CVS über Twitter. „Wir stimmen in den wachsenden Chor von Unternehmen ein, die alle ihre Kunden – außer polizeilichem Personal – darum bitten, keine Feuerwaffen mehr in unsere Filialen zu bringen.“

Allerdings sind Walmart, Walgreens & Co. nicht die ersten Unternehmen, die diesen Schritt beschließen: Bereits 2013 verfügte die Kaffeehauskette Starbuck’s ein Waffenverbot in ihren Filialen – ebenfalls wenige Tage nach einem verheerenden Amoklauf.

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