Philadelphia

Flashmob: 60 Jugendliche zerlegen Apotheke

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Ungewollter Besuch: Rund 60 Jugendliche haben eine Apotheke in Philadelphia verwüstet.Foto: Philadelphia Police Department
Berlin -

Flashmobs dienen oft einem guten Zweck oder dem reinen Vergnügen. Eine Gruppe Jugendlicher in Philadelphia hat den Bogen kürzlich aber überspannt: Rund 60 junge Leute stürmten vergangene Woche eine Filiale der Apothekenkette Walgreens. Die örtlichen Mitarbeiter wussten nicht, wie ihnen geschieht. Es wurde geklaut, geprügelt und verwüstet. Die örtliche Polizei hat die Aufnahmen der Überwachungskameras veröffentlicht und sucht nun nach Beteiligten.

Es fängt ganz ruhig an und eskaliert dann in Windeseile: Erst treten ein paar junge Leute durch den Vordereingang der Walgreens-Apotheke in der South Street in Philadelphia, dann wächst der Zustrom an, am Ende drängen sich dutzende Jugendliche rennend durch den Eingang. Mit einem Lachen auf dem Gesicht rennen sie durch die Gänge der Apotheke und reißen im Vorbeilaufen die Ware aus den Regalen, schmeißen Aufsteller um, werfen Artikel durch die Offizin – und bedienen sich zum Teil kräftig selbst.

Zwischen 6000 und 7000 US-Dollar (5300 bis 6200 Euro) Schaden hat die wilde Horde innerhalb weniger Minuten durch Sachbeschädigung und Diebstahl angerichtet, berichtet ein Polizeibeamter nach dem Vorfall erklärte. Ein Kassierer der Apotheke, der sich dem treiben entgegenstellen wollte, wurde verletzt: Als er eingriff und Jugendliche vom Diebstahl abhalten wollte, kam es laut Darstellung der Polizei zu einem Handgemenge. Ein noch nicht identifizierter Jugendlicher habe ihm dabei eine Glasflasche auf dem Kopf zerschlagen.

„Ich halte das für absolut inakzeptables Verhalten. Ich finde, die jungen Menschen, die sich daran beteiligt haben, sollten dafür zur Verantwortung gezogen werden“, zitiert der lokale Fernsehsender ABC6 Stadtrat Kenyatta Johnson, der für das Viertel um die South Street zuständig ist. „Und noch wichtiger: Ihre Eltern sollten ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden.“

Aufnahmen von Überachungskameras belegen, dass die Jugendlichen bereits vor dem Sturm auf die Apotheke für Chaos gesorgt haben: Als sie sich auf der Straße vor der Apotheke sammelten, haben sie dort Autos angehalten und den Verkehr gestört. „Ich glaube, die Nachbarn sind sehr verängstigt, sie machen sich Sorgen. Sie wollen, dass das Viertel sicherer wird, nicht gefährlicher“, zitiert ABC6 einen Anwohner.

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